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Senin, 28 Januari 2013

Messer - selbst gemacht!


Schon immer wollte ich ein Messer selber machen. Mich reizte dabei vor allem der Gedanke etwas völlig unbekanntes in Handwerk und Funktion auszuprobieren. Und nun war es so weit. Ich las mich ein wenig in das Thema ein und stöberte etwas im Internet.

Ich wollte mich langsam an den Messerbau heran wagen und stellte mir vorerst die Aufgabe aus fertigen Einzelteilen das Messer zusammenzusetzen. Ähnlich den diversen Bausätzen aus dem Internet. Fündig wurde ich bei einem sehr schönen Händler für nordisches Handwerk. Aus einer großen Fülle von Materialien, Klingenarten und -formen hatte ich nun die Qual der Wahl. Nach einiger Zeit war die Entscheidung gefallen: die Materialien wurden promt bestellt und ebenso promt geliefert. Für die Anschaffung aller Materialien (Metalle, Hölzer und Kleber) standen 50 Euro an.

Ausgangsmaterialien

Messerklinge und -heft

Die Klinge sollte klein sein, so dass ich vernünftig damit arbeiten und das fertige Messer bequem in einer Hosenseitentasche transportieren kann. Ich entschied mich für eine Klinge von Helle mit 7,5 cm Länge in rostfreiem Laminatstahl - das wirklich extrem scharf ist.

Der Messerheft sollte aus verschiedenen Lagen - Perlholz, Wahlnussholz, hellem Pappelholz, rotem und braunem Leder - bestehen. Den Abschluss bildet je eine Nietplatte aus Messing und eine Messingpassung. Die Messerscheide sollte aus dunklem Leder gefertigt und mit Hand vernäht werden.

Für das Messerdesingn orientierte ich mich an den klassischen Messern der Samen, die ich wirklich sehr schön finde.

Jetzt durfte nur nichts mehr schief gehen.

Bauanleitung und erste Schritte zum Messerbau

Als erstes schnitt ich die Hölzer in einzelne Quader grob zurecht. Ich fertigte einzelne Zwischenstücke aus Leder an und sortierte alles grob zusammen um mir eine Vorstellung vom späteren Heft machen zu können. Ich musste die Passung noch etwas an den Klingenschaft anpassen, was aber durch die Weichheit des Messings kein Problem war.

Die Hölzer grob in Blöcke sägen

Die Lagen wie gewünscht zusammenstellen

Die Klinge kann auf verschiedene Arten im Heft verankert werden. Entweder man klebt sie direkt in das Heft ein, wobei man das Ende des Griffs frei gestalten kann, oder man verschraubt/vernietet den Messerschaft am Ende auf eine Nietplatte. Ich entschied mich für Kleben und Schrauben, da ich Bedenken hatte beim Nieten zu viel Schaden zu verursachen. Dazu musste ich auf das Ende des Klingenschaftes ein Gewinde aufschneiden. Mit viel Gefühl und noch mehr Öl gelang es, wovor ich mich am meisten sorgte.

Gewinde aufschneiden
fertiges Gewinde

Materialien und Werkzeuge

Als nächstes verklebte ich alle Teile der Reihe nach mit Epoxidharzkleber. Dazu musste ich Harz und Härter mischen und Stück für Stück Holz-Holz-Leder-Leder-Holz-Leder-Leder-Holz zusammenfügen und aushärten lassen.

Epoxidharzkleber für ca. 14 Euro

Dabei ist es wichtig das alle Teile planmäßig aufeinander passen. Dazu stand mir ein Tellerschleifgerät zur Verfügung, was die Arbeit enorm erleichterte. Von Hand ist dies auch möglich, erfordert aber sehr viel Genauigkeit und viel Zeit.

Die Nutzung eines Tellerschleifers für genaue 90°

Oder von Hand mit Winkel und Planmaß

Als knifflig empfand ich den nächsten Schritt: das Bohren für die Aufnahme des Klingenschaftes. Dazu zeichnete ich den Winkel an, in dem ich bohren musste, damit die Klinge am Ende völlig gerade im Heft sitzen kann. Mit einer Ständerbohrmaschine sollte dabei nicht viel schief gehen.

Auf ca.85° die Schaftaufnahme ausbohren

Und doch passierte mir ein Mißgeschick: die Bohrung war falsch! Also musste ich einen langen Dübel einleimen und nach dem Aushärten erneut bohren.

Korrektur - diesmal klappte es.

Wem kein vergleichbares Werkzeug zur Verfügung steht, der kann die einzelnen Teile auch separat bohren und dann nacheinander auffädeln und verkleben.

Nach ca. 6 Stunden Arbeitszeit (ohne die Wartezeit für das Aushärten des Klebers) saß die Klinge bombenfest im Heftkorpus und konnte weiter bearbeitet werden.

Schon fast ein Messer

Bearbeitung der Heftform

Jetzt folgte eine mühselige Arbeit. Ich musste raspeln, schleifen, sägen und wieder raspeln, durfte dabei aber die Form nicht aus den Augen verlieren die ich am Ende erreichen wollte. Der Ehrlichkeit halber muss ich sagen das ich die fertige Heftform anders geplant und auch angezeichnet hatte. Aber es handelt sich eben um Handarbeit an Naturwerkstoffen. Was ich nicht bedacht hatte, war dass das Perlholz wesentlich härter war als die restlichen Werkstoffe und so der Schleifvorgang etwas ungleich verlief.

Form vorzeichnen und langsam beginnen

Die Klinge umwickelte ich zum Schutz mehrfach mit Klebeband, was jedoch sehr stark beansprucht wurde, also lieber einmal mehr umwickeln.

Erste Erfolge

Zum Ende hin mit immer feinerem Schleifpapier schleifen

Die grobe Form konnte geraspelt werden, dafür nutzte ich das Schleifgerät und letztlich das Schleifpapier. Es funktionierte gut, einen langen Streifen um das Holz herum zu legen um die runde Form herzustellen. Nach drei Stunden wirklich harter Schleifarbeit war die Heftform soweit perfekt, dass ich alles mit 180er Schleifpapier verfeinern konnte. Nun polierte ich noch die Messingabschlüsse und verschraubte den Messerschaft zum Schluss.

Jetzt musste ich noch das Holz vor Nässe und Ähnlichem schützen. Auch hier entschied ich mich für natürliche Rohstoffe und tränkte das Heft in Leinöl.

Leinöl ist nach dem Trocknen wetterfest

Nordische Köcherscheide mit Wetterschutz

Das Messer war fertig und Asche auf mein Haupt, wirklich schön geworden. Was nun noch fehlte war eine passende Scheide. Auch hier sollte es eine einfache traditionelle Köcherscheide werden. Ich wählte ein derbes dunkles Leder und behandelte es mit Flüssigwachs um es vor Wind und Wetter zu schützen.

Wachs macht das Leder haltbar (hier noch ein anderes Leder)

Ich fertigte in etlichen Versuchen eine Schablone an, in der ich immer wieder das Messer mit verschiedenen Abständen nachzeichnete bis mir die Passgenauigkeit gefiel.

Schablone anfertigen

Zuerst nähte ich die Gürtelschlaufe auf der Rückseite der Scheide fest. Ich faltete die beiden Lederhälften noch unbeschnitten zusammen und fixierte beide mit einer groben Hilfsnaht. Nun nähte ich von Hand mit Ledernadel, Zange und vorgewachstem Hanffaden die Scheide in die gewünscht Form. Erst zu Schluss schnitt ich das überstehende Leder ab.

Ledernadel und Zange, oder man sticht die Löcher vor

Fertiges Messer

Die Scheide passte, das Messer war gelungen und ich auch ein klein wenig stolz. Aber entscheidet selber:

Fertiges Heft


Einfach aber klassisch

Ein gelungener Lohn für viel Arbeit

Fazit Messerbau - selbst gemacht!

Neben jeder Menge Spaß und natürlich auch viel Arbeit habe ich einiges dazu gelernt. Ich bin mir sicher, das dies nicht mein letztes Messer gewesen sein wird. Zugegeben, der Anschaffungspreis ist relativ hoch und auch die benötigten Werkzeuge stehen nicht jedem so ohne weiteres zur Verfügung. Doch was man nach all der Mühe in den Händen hält ist ein wirkliches Unikat, dass ich auf jeden Fall immer mit Begeisterung bei mir haben werde. Ich freue mich auf Eure Kommentare.

LG
Euer Kurt


Nachtrag vom 09. Februar 2013 zur Verbesserung der Köcherscheide

Bereits nach kurzer Zeit hatte ich die Messerscheide von innen heraus zerschnitten. Das Leder war einfach zu dünn und konnte die Form nicht halten.

Nordische Köcherscheide zweiter Versuch

Ich verwendete dazu ein dickeres Stück Rindsvollleder mit 2 mm Stärke und verklebte es mit einem zweiten Stück 1,5 mm dicken Vollleder. Nachdem ich die Form vom Vorgänger übernommen und zugeschnitten hatte, lochte ich den Rand des verklebten Leders mit der Lochzange vor.

Der Faden wird durch das Wachs haltbarer

Nun konnte ich das 3,5 mm dicke Leder besser von Hand vernähen. Dazu wachste ich einen dicken Jutefaden mit Bienenwachs gut vor. Das Wachs macht den Faden wetterbeständig und haltbarer bei der Verarbeitung. Ich zog den Faden bis zur Hälfte durch die extrastarke Polsternadel und vernähte die Messerscheide mit einem doppelten Rückstich. Das bedeutet, dass man nach dem ersten Stich immer zwei vor und einen wieder zurück sticht. Dabei habe ich besonderen Wert darauf gelegt, dass ich beim zurückstechen immer zwischen den beiden Fäden heraus kam. Richtig fest angezogen ergibt sich so eine symmetrische aber vor allem haltbare Naht.

Vorderseite Rückstich

Rückseite Rückstich

Noch im offenen Zustand befestigte ich die Gürtelschlaufe auf der Rückseite der Scheide durch einen mehrfachen Kreuzstich. Auf der Innenseite klebte ich ein kleines Stück weiches Leder über die Nahtstelle. Daduch fixierte ich die Naht zum einen und schütze zum anderen den Messerheft vor unschönen Kratzern.

Schutz für den Messerheft

Als letztes strich ich die Innenseite der Scheide mehrfach mit Epoxidharz aus. Besoders viel Harz verwendete ich direkt an der Nahtstelle, wo die Klinge den meisten Kontakt mit der Scheide hat. Genau dort war die erste Messerhülle zerschnitten worden.

Zur zusätzlichen Verstärkung hätte ich noch einen dünnen Streifen Leder zwischen die vernähten Lederseiten legen können, oder gar einen formgerechten Einsatz aus Holz/Kunststoff/Metall verwenden können. Nach dem Aushärten des Harzes war das Material jedoch wirklich sehr fest geworden und konnte die Form der Hülle gut halten.

Nordische Köcherscheide

Ich denke, dass die neue Köcherscheide nun viel länger halten wird. Wenn nicht, erfahrt ihr es hier!

LG Kurt


Jumat, 16 Maret 2012

Schritt für Schritt zum Leichtwandern


Es existieren eine Menge Ideen und Vorschläge zum Thema Leichtwandern und auch wir haben schon ein paar Artikel zu diesem Thema geschrieben. Hier folgt nun ein weiterer, um Ratschläge aus der Ultraleichtbewegung aufzunehmen und unsere Erfahrungen und Mittel einzubringen. Um eine Wanderung vollends genießen zu können und nicht alle paar Meter zu schimpfen wie schwer der eigene Rucksack eigentlich ist, sollte der Trotter auf ein geringes Rucksackgewicht hinarbeiten. Ohne gleich zum absoluten Ultraleichttrekker zu werden, folgen ein paar Ideen, welche Dinge uns bei den bisherigen Wanderungen aufgefallen sind und die man Schritt für Schritt verbessern könnte.


Ausrüstung wiegen

Eine gute Idee ist immer seine Ausrüstung zu wiegen. Das hört sich anfangs wirklich komisch an, aber man ist doch erstaunt was sich alles ansammelt und das Gewicht steigen lässt. Empfohlen wird eine einfache Küchenwaage, um auch kleine Gegenstände - mit einer niedrigen Grammanzahl - zu protokollieren. Außerdem ist es nützlich eine Kleiderwaage zur Hand zu haben um auch größere Ausrüstungsgegenstände oder letztendlich den Gesamtrucksack wiegen zu können. Die Ergebnisse können in dafür vorgesehene Rucksackplanertools eingetragen werden, die man herunterladen kann oder sich einfach selbst bastelt. Mit diesen Hilfsmittel lassen sich alle Werte auflisten und eine grafische Übersicht erstellen, an der man anschließend rumhantieren kann um für seine Tour ein Optimum zu finden.

Ausrüstung austauschen

Wer einen vollen Geldbeutet hat, kann nach seinem Empfinden die bisher genutzten "schweren" und konventionellen Gegenstände durch leichtere austauschen. Der Outdoormarkt ist bekanntermaßen nicht gerade günstig, aber preislich unterscheidet sich Leichtwanderausrüstung kaum von herkömmlicher Ausrüstung. Ein Umstieg sollte aber nicht ad-hoc stattfinden, denn es ist ein anderer Umgang mit der neuen Ausrüstung zu erlernen. Leichtwanderausrüstung ist oft nicht so robust wie konventionelle Ausrüstung und sollte als komplettes System verstanden werden. Somit nützt mir ein ultraleichtes Windshirt wenig, wenn der Rucksack dermaßen schwer ist, dass ich es mir aufgrund des "sensibleren" Materials kaputt mache.

Anfangen kann man mit den vier schwersten Dingen einer Wanderausrüstung. Diese sind Isomatte, Schlafsack, Zelt und der Rucksack selbst. Optimiert man an diesen Stellen kann man schnell Gewicht einsparen. Die Isomatte wird zu einer 3/4 Matte (oder eine schwere Luftmatraze zu einer leichteren Schaumstoffmatraze), auf der nur der Torso liegt und der Kopf bspw. auf einem Ersatzkopfkissen und die Füsse auf dem Rucksack. Beim Schlafsack steigt man am besten auf Daune um. Die sind zum einen leichter als Kunstfaserschlafsäcke und erhöhen unglaublich den Schlafkomfort. Die Nässeempfindlichkeit umgeht man indem man diesen ordentlich lüftet, wasserdicht verpackt und mit einem Biwaksack kombiniert oder in einem Zelt oder einer Hütte schläft. Wenn man die Klamotten anbehält, kann der Schlafsack dünner und leichter ausfallen. Das Zelt tauscht man am besten gegen ein leichteres aus - wenn der Geldbeutel mitmacht, nutzt ein Tarp oder einen Biwaksack - sofern das Wetter es zulässt.

Zwei leichte Tarp anstatt ein schweres Zelt

Ein Zelt kann man zudem auf die Mitwanderer noch aufteilen. Somit trägt jeder nur die Hälfte und der Schlafkomfort ist gegeben. Die Ausrüstung aufzuteilen bietet sich natürlich in der Gruppe immer an und kann je nach Erfahrung und Teamgeist enorme Entlastung ergeben. Hat man diese Dinge optimiert reicht auch ein leichterer Rucksack aus. Auf dem Markt gibt es viele Ultraleichtrucksäcke, die sich im Gewicht um 2-3 kg von herkömmlichen Rucksäcken mit gleicher Größe unterscheiden. Wie diese sich jedoch tragen lassen und ob sie robust genug für mich wären kann ich leider noch nicht sagen, da ich noch nicht mutig genug war solch einen teuren Rucksack zu kaufen nur um vielleicht später zu sehen dass er recht schnell kaputt geht. Außerdem versteh ich nicht, warum kaum ein Rucksack wasserdicht ist. Ich habe mir sagen lassen, dass z.B. alle amerikanischen Rucksäcke (die UL Rucksäcke sind ja auch amerikanisch inspiriert) keine Regenhüllen dabei haben, weil die Amerikaner alle Sachen in wasserdichte Beutel stecken. Das klingt erstmal ziemlich einleuchtend. Ist es aber nicht so, dass bei stunden-/tagelangem Regen sich im Rucksack Wasserpfützen bilden, dieser sich vollsaugt oder wenn ich ihn in einen Fluß schmeiße untergeht (obwohl ich gelesen habe, dass Rucksäcke wenn sie gepackt sind nie untergehen - das habe ich aber auch noch nicht probiert)!?

Kein Ultraleichtrucksack - dafür aber wasserdicht!

Zur Kür des Leichtwanderns gehört letztendlich, die Rucksackbänder soweit wie möglich zu kürzen. Beispielsweise die Träger soweit, dass man diese noch mit dicken Klamotten tragen kann.

Bei den Wanderschuhen kann auch Gewicht eingespart werden - insbesondere wenn das Rucksackgewicht verringert wurde - denn mit leichterem Gepäck benötigt man auch keine schweren Schuhe, die einen stabilisieren müssen. Jedoch sollte man auch hier beachten wohin es geht. In den Bergen kann es schon passieren, dass ungeübte Trotter leichter umknicken und sich den Fuß verstauchen (das liegt aber auch zum Teil an Erschöpfung aufgrund der schweren Ausrüstung). Hier ist also ein Schuh mit hohem Schaft zu empfehlen. Auch können die leichteren und weniger robusten Wanderschuhe im Gebirge stärker beansprucht werden und durch scharfe Felskanten zerschnitten werden und somit kaputt gehen. Ist man in nassen Gebieten oder im Sumpf (warum auch immer) unterwegs sind leichte und schnelltrocknende Schuhe natürlich ideal.

Natürlich stöbern wir auch unglaublich gerne in den vielen Outdoorshops und möchten uns so einiges gerne zulegen. Wendet man sich jedoch einmal der Leichtwanderphilosophie zu und hat einfach genug vom schweren Rucksack, erkennt man schnell, dass man den Großteil der angebotenen Ausrüstung überhaupt nicht braucht. Aber davon muss man als Konsument erst einmal wegkommen. Denn was nützt mir ein Kamerastativ, wenn ich es mir ganz einfach aus einem Ast selbst herstellen kann und dieses im Notfall sogar noch verfeuern kann?

Eine kleinere und leichtere Kopflampe macht auch Licht

Was nützt mir eine schöne Petroliumlaterne, wenn ich eh schon eine Kopflampe habe oder eine Fackel bauen könnte? Viele haben keinen vollen Geldbeutel um teure Ausrüstung zu kaufen und somit kommen wir zum nächsten Punkt, der meiner Meinung nach viel wichtiger ist: das Weglassen.

Ausrüstung weglassen

Das Weglassen von Ausrüstungsgegenständen fällt einem anfangs einfach nur verdammt schwer. Je mehr Tourerfahrung man hat, umso mehr kann man auch weglassen. Der aufmerksame Trotter weiß was er wie oft und wann benötigt und auch wie er sich selbst helfen kann. Hier spielt es eine verdammt große Rolle, wo und wann die Wanderung stattfindet. Ist man in einem einsamen Landstrich unterwegs, mit wenig Schutzmöglichkeiten, starken Winden und unbeständigen Wetter ist es eher hilfreich ein Zelt mitzuhaben als einen Biwaksack.

In manchen Gegenden freut man sich über die Mitnahme eines Zeltes

Ist die Wandergegend sehr wasserreich wird nur eine kleine Wasserflasche oder auch gar keine benötigt. In bewohnteren Gebieten ist es auch möglich ab und zu eine Unterkunft anzusteuern. Dadurch kann der Schlafsack leichter ausfallen, die Essensrationen verkleinert werden und nur ein leichtes Tarp oder ein Biwaksack mitgenommen werden. Bei solchen Wanderungen ist ein 20 kg Rucksack unnötig!

Ein leichter Topf ist ideal für unterwegs und eine Tasse ist somit eigentlich unnötig. Eine Pfanne ist zu überlegen, wenn man selbst kochen möchte und kann auch zur Essensvielfalt beitragen. Ein Wasserkessel ist unnötig, wenn ein Topf vorhanden ist. Bei Wintertouren könnte dies jedoch nochmal überlegt werden um bspw. ständig heißes Wasser vorrätig zu haben und während des Essens Schnee zu schmelzen.

Warum eine Tasse mitnehmen, wenn man einen Topf dabei hat?

Ein Kocher ist unnötig, wenn man weiß, dass man ein Lagerfeuer machen oder regelmäßig irgendwo etwas essen gehen kann. Ein Holzkocher ist insofern praktisch, da man hier das Gewicht von Benzin/Spiritus/Gas einsparen kann. Beachten sollte man allerdings, dass die Wanderung in holzreichen Gebieten stattfindet und das Wetter einigermaßen trocken bleibt. Ich persönlich finde es viel schöner bei offenem Feuer zu kochen. Hinzu kommt, dass ein Holzkocher in der Regel nicht als "Lagerfeuer" gesehen wird, welches meist verboten ist.

Bei der Anzahl der Klamotten kann auch gespart werden, insbesondere wenn man die Möglichkeit hat diese unterwegs zu waschen und diese schnell trocknet. Bedenken sollte man aber, dass man in der schlechtmöglichsten vorstellbaren Situation immer noch genügend trockene Sachen dabei haben sollte. Besonders eine Mütze hat sich prima bewährt, da man über den Kopf die meiste Wärme verliert. Ist einem in der Rastpause kalt, reicht oft schon eine Mütze (anstatt ein dicker Pullover) aus um wieder warm zu werden. Beim gehen sollte man weniger Sachen anhaben, um nicht zu schwitzen und nasse Kleidung zu produzieren (und somit auch Wechselwäsche). Auch sollte der Trotter daran denken, dass die Klamotten am Körper bei einer guten Wetterperiode auch in den Rucksack passen müssen.

Eventuell kann auch eine Kleidungsschicht wegfallen, wenn man einen vielseitigen Schlafsack besitzt. Mein Exped Schlafsack bspw. ist dafür ideal, da ich durch ihn noch Arm- und Beinfreiheit besitze und ihn sozusagen als Daunenjacke/mantel nutzen kann. Wenn man im Wald unterwegs ist, ist ein Fernglas oder Fernrohr meist auch unsinnig - im Fjäll mit endlosen Weiten ist dies schon nützlicher. Wie oben schon erwähnt kann man sich eine Laterne sparen, wenn schon eine Stirnlampe vorhanden ist. Eines dieser riesigen Messer macht für mich derzeit auch keinen Sinn. Ich kann mich kaum erinnern während einer Wanderung groß ein Messer gebraucht zu haben. Somit reicht hier ein kleines vollkommen aus.

Ein kleines Messer reicht meist vollkommen aus

Ausrüstung mehrfach verwenden

Wie oben schon erwähnt ist es sehr hilfreich Ausrüstung mehrfach und für verschiedene Dinge zu verwenden. Ein Schlafsack kann zum Beispiel eine Daunenjacke ersetzen oder der Topf als Tasse genutzt werden. Ein Regenschirm kann vor Sonne und vor Regen schützen. Nachteilig ist beim Regenschirm natürlich, dass man eine belegte Hand (sofern man den Schirm nicht an sich befestigt) hat. Bei stürmischem Wetter oder auf einem Berg - wo man beide Hände benötigt - kann das zum Problem werden. Auch im Wald ist ein Schirm nicht immer sinnvoll, da die Bäume einen genügend vor Regen schützen können. Auch Wanderstöcke können mehrfach verwendet werden - sie können als Tarpgestell fungieren oder für einen stundenlangen Abstieg von einem Berg die Knie gut entlasten. Ein Poncho kann auch multifunktional genutzt werden. Zum einen ist es möglich ein Tarp daraus zu basteln und zum anderen ist es ein Regenschutz. Wir haben damit aber nicht so die prima Erfahrung gemacht, denn wir haben nach ein paar Metern tierisch angefangen zu schwitzen und anschließend in unserer eigenen Suppe geschwommen. Von uns aus nur bedingt empfehlenswert. Sandalen sind zwar ein zusätzliches Ausrüstungsteil, können aber sehr nützlich sein. Besonders für Flußdurchquerungen, duschen in unsauberen Herbergen oder um abends einfach aus seinen Wanderschuhen rauszukommen sind sie ideal. Eine feste und rutschsichere Sohle kann hier vor Stürzen schützen.

Fazit

Wie man sieht kann man sehr viel optimieren, insbesondere wenn die Wanderregion genau studiert wurde und die Ausrüstung dafür optimiert ist. Wichtig sind vor allem die Erfahrungen, die man während einer Tour sammelt und dass man danach die Sachen durchgeht, die man überhaupt nicht und sehr oft benutzt hat. Leichtwandern setzt somit eine kritische Auseinandersetzung mit seiner Ausrüstung und der Reiseregion voraus und idealerweise sollte so das Rucksackgewicht nach jeder Wanderung schrumpfen.


Selasa, 29 November 2011

Messer - Schärfen und pflegen


Nach dem ihr euch im vorangehenden Messerpost etwas über Material und Klingenform belesen habt, möchte ich nun etwas zur Plfege empfehlen. Denn ein Messer sollte lange nutzbar sein und einen nicht im Stich lassen. Dazu muss ein Messer natürlich gut behandelt, entsprechend benutzt und nachgeschliffen werden.

Allgemeine Pflegehinweise

Je nach Art, Material und Nutzungsbestimmung des Messers sollte man die Klinge öfter reinigen und fetten. Auch ist es wichtig, genau zu wissen woraus ein Messer besteht. So kann man zum Beispiel mit einem Taschenmesser der Marke Victorinox sehr viel anfangen. Jedoch darf das Messer nicht mit Salzwasser und starken Säuren in Verbindung gebracht werden, denn dadurch korrodieren die Aluminiumplatten zwischen den einzelnen Messerlagen und das Messer lässt sich nicht mehr auf- und zuklappen.

Natürlich sollte sich nicht nur um die Metallteile des Messers gekümmert werden. So kann es je nach den verarbeiteten Materialien nötig werden, Messerheft und auch die Scheide zu pflegen. So sollte zum Beispiel bei Messern mit Holzheft (hier die bekannte Taschenmesservariante von Opinel) auch das Holz geölt oder gewachst werden um ein aufquellen oder verfaulen zu verhindern. Eine Lederscheide sollte gefettet werden, damit sie wetterfest und geschmeidig bleibt. Bitte nicht vergessen auch die Druckknöpfe zu behandeln, damit diese nicht rosten.

Die Schärfe des Messers

Ein Messer sollte vor allem möglichst lange scharf sein. Die Schärfe des Messers kommt dadurch zu stande, dass sich die Klinge zur Schneide hin in einem bestimmten Winkel verjüngt. Je flacher der Winkel, desto schärfer das Messer. Jeder hat sich schon mal an einem Blatt Papier geschnitten, nicht aber an einem Buchrücken. Ganz klar: je feiner die Schneide desto schärfer. Aber ein Blatt Papier kann leicht knicken und zerreißen, ein Buch dagen kaum. Das ist bei Messern auch so. Je steiler der Klingenwinkel desto robuster ist das Messer.

In der Regel gibt es Winkel von 20-25° für Filetier-, 25-28° für Küchen- und Allroundmesser und 28-30° für robuste Arbeitsmesser. Damit das Messer lange scharf bleibt, sollte man den Klingenwinkel der Nutzung entsprechend wählen. Wer mit dem Filetiermesser einen Holzkeil spaltet, hat die Schneide zerstört und muss nachschleifen. Das wird eine mühsame Arbeit, wenn man noch einen großen haufen Holz zu spalten hat.

Um ein Messer richtig zu schleifen kann ich natürlich immer den Messerfachmann empfehlen. Jedoch kann das mitunter recht teuer werden - dafür stimmt aber die Qualität.

Schleifsysteme für daheim und unterwegs

Wer sich selbst helfen will hat mehrere Möglichkeiten:

Verschiedene Möglichkeiten zum Messerschärfen

(von rechts nach links)
1. Mit dem Abziehstahl lässt sich ein Messer nicht schleifen, aber man entfernt kleine Grate und das Messer wirkt schärfer. Der Klingenwinkel wird dadurch aber eher ungleich, als richtig geschliffen.

2. Der Messerschärfer mit vorgegebenem Klingenwinkel (hier ein Modell der Firma Victorinox, mit der ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe). In der Regel handelt es sich um Halterungen in denen zwei Metallplättchen so gehalten werden, dass sie in festem Winkel feine Späne von der Schneide abziehen. Das Messer wird so schnell ordentlich scharf. Aber auch hier variiert der Klingenwinkel - je nachdem wie man den Schärfer über die Klinge zieht.

3. Der Schleifstein (hier nicht auf dem Bild dargestellt) ist die traditionelle Form des Schleifens. Sieht einfach aus, ist aber eine Kunst für sich. Man kann sich zwar mit Winkelklötzchen behelfen, doch erfordert dies viel Übung und ist nur für die Not zu empfehlen.

4. Das Schleifsystem (hier ein System von Lansky für ca. 50 Euro). Der Clou dabei: das Schärfesystem verbindet die Vorteile des Scheifsteins mit einem vorgegebenem Klingenwinkel. Der Vorteil liegt in den unterschiedlichen Steinen, die von grob bis fein in dem Set enthalten sind. So wird die Klinge auf schonende Weise sehr scharf. Der vorher festgelegte Winkel lässt sich beim Schleifen durch die Führung immer korrekt einhalten. So kann auch der Trotter zu Hause qualitativ hochwertige Schleifarbeiten durchführen.

Hilfestellung für den richtige Winkel beim Schleifen

Der recht hohe Anschaffungspreis wird über die Zeit wieder relativiert. Ich nutze das System jetzt schon seit zwei Jahren für das Trottermesser, die Küchenmesser und die Messer von Freunden. Die Handhabung ist einfach und mit Schleiföl und den Steinen bekomme ich bis jetzt jedes Messer ordentlich scharf. Gut gefällt mir auch die erweiterbare Option - mit einem speziellen Schleifstein - Wellenschliff schärfen zu können. So bleibt auch das Tomatenmesser immer wie neu.

Ein Schleifsystem bietet eine sichere und stabile Handhabung

Fazit zum Messer schleifen

Wenn möglich sollte man das Messer bei Bedarf vom Fachmann schleifen lassen. Das Schärfesystem bietet hier eine gute Alternative. Schleifstein und Abziehstahl helfen nur in der Not oder kurzzeitig für zwischendurch. Die verbauten Materialien sollten entsprechend gepflegt und die Herstellerinformationen beachtet werden, damit man auch lange etwas von seinem Messer hat. Auf diese Weise bleibt ein Messer fast wie neu. Aber Vorsicht: Immer Pflaster parat haben - ich weiß wovon ich spreche.

Euer Kurt


Sabtu, 22 Oktober 2011

Erste-Hilfe


Bei jeder Tour steht bei uns die Sicherheit an oberster Stelle. Regelmäßig überprüfen wir unsere medizinische Grundausrüstung und sorgen vor einer Trottertour dafür das jeder ein 1.Hilfe Päckchen dabei hat. Ich habe jetzt schon die ein oder andere böse Verletzung erlebt - zum Glück nicht bei mir - und gehe deshalb nicht mehr ohne Erste-Hilfe-Set zum Wandern. Dieser Artikel soll als kleine Anregung für die Trotter dienen, die noch kein 1.Hilfe Päckchen dabei haben oder demnächst eines mitnehmen wollen.

Kleines und wasserdichtes 1.Hilfe Päckchen für unterwegs

Verpackt mit System

Jeder wird und muss sich seine Erste-Hilfe-Apotheke seinen Bedürfnissen entsprechend zusammenstellen. Ist man alleine unterwegs wird anders geplant als wenn man in einer großen Gruppe reist. Das Erste-Hilfe-Set einer Frau unterscheidet sich von der eines Mannes. Ist man mit Kindern unterwegs fällt die Anzahl der Pflaster nunmal größer aus. Wichtig ist, dass das Set aktuell und organisiert - verpackt mit System - ist. Das ist nicht nur für einen selbst wichtig, sondern auch für andere, die sich notfalls damit zurechtfinden müssen. Beschädigte und verbrauchte Materialen sollten so schnell wie möglich ersetzt werden. Außerdem sollten die Medikamente und Erste-Hilfe-Materialien auf die entsprechende Reiseregion abgestimmt werden.

Geordneter Inhalt - die Zeckenzange kommt auch mit

Individuelles Erste-Hilfe-Set

Die Auflistung einer Erste-Hilfe-Checkliste würde hier nicht viel Sinn machen. Eine sehr gute Übersicht zur Basisausstattung und ergänzende Informationen findet ihr jedoch auf ausgeruestet.com. Für eine erste Wandervariante kann man sich beispielsweise an dem Erste-Hilfe-Koffer im Auto orientieren. Auch ist es möglich sich kleinere Hilfe-Sets zu kaufen und sein individuelles Packet anschließend daraus zusammenzustellen. Hier sollte man zwischen der Grundausstattung (Handschuhe, Pflaster, Mullbinden, Dreiecktuch), persönlichen Medikamenten (Schmerztabletten, Notfallausweis, Verschreibungspflichtige Medikamente) und spezielle Ausrüstung für das Reiseziel (Malariatabletten, Sonnenschutzmittel, Zeckenzange) unterscheiden. Materialien mit Verfallsdatum muss man regelmäßig auf Haltbarkeit kontrollieren und eventuell austauschen.

Sicherheit geht vor

Verletzungen sollte man immer sofort behandeln. Auch kleinere Kratzer und Schnitte können sich nach kurzer Zeit bösartig entzünden - besonders wenn man länger draußen unterwegs ist - und schlimmstenfalls zum Abbruch der Tour führen. Wichtig ist auch, dass man sich in einem Notfall immer zuerst schützt und erst dann dem Verletzten hilft. Denn wir können niemandem helfen, wenn wir selbst verletzt sind oder der Unfallort nicht sicher für uns ist um uns dem Verunfallten zu nähern.

Alles sauber und steril verpackt

Eine Wunde draußen sauber zu halten ist immer sehr schwierig, aber äußerst wichtig. Darum sollte man Einmalhandschuhe dabei haben, um sich selbst und um den Verletzten vor Infektionen zu schützen. Hat man Wasser dabei kann die Wunde vorher etwas gesäubert werden. Verbände und Mullbinden sollten immer steril sein. Fällt ein Verband beim Verarzten in den Dreck, nimmt man einen neuen. Wir können jedem nur empfehlen einen 1.Hilfe Kurs zu besuchen und diesen regelmäßig durchzuführen um aktuell zu bleiben und nicht aus der Übung zu kommen. Denn die professionell zusammengestellte Ausrüstung bringt nur wenig, wenn man in einer Notsituation damit nichts anzufangen weiß. In diesem Sinne: Hals und Beinbruch!


Minggu, 02 Oktober 2011

Der Wanderstock



Tipps zum Wanderstock

Ein Wanderstock kann in jeder Situation gute Dienste leisten und ist eines der einfachsten und essentiellsten Dinge einer Trottertour. Bevor also eine Tour richtig beginnt, sollte man einen Wanderstock parat haben. Er unterstützt beim trotten, indem er die Trittsicherheit in unebenem Gelände erhöht, hilft beim prüfen von sumpfigen Untergrund und schützt vor gefährlichen Tieren. Er kann - wie ein Grabstock - zum Ausgraben von Wurzeln, Pflanzen oder Würmern dienen. Außerdem ist er dienlich bei der Durchquerung von Flüssen und ist vor allem als Zeltstange für ein Tarp oder ein Nachtlager hilfreich.

Minggu, 04 September 2011

Der Lagerplatz



Tipps zum Lagerplatz

Noch bevor es dunkel ist, sollte ein geeigneter Lagerplatz gefunden und aufgebaut werden. Wasser, Nahrung und Holz werden benötigt. Der Aufbau eines Lagers in der Nähe von Wasser ist günstig, hat jedoch auch negative Seiten wie zum Beispiel Mücken und Nebel. Der Lagerplatz sollte etwas erhöht liegen, damit kein Regenwasser in die Unterkunft läuft und an einem etwas luftigeren und offeneren Platz liegen um das Risiko von Mücken und Insekten zu verringern. Ist kein Feuer - wegen Waldbrandgefahr oder ähnlichem - möglich, ersetzt ein ordentlicher Schlafsack das nächtliche Lagerfeuer. Ist ein Lagerfeuer erlaubt (in Deutschland meist nur an ausgewiesenen Feuerstellen), liegt man möglichst längs zum Feuer. Im Rücken hat man am besten eine Felswand, ein gespanntes Tarp oder etwas ähnliches, um die Wärme möglichst gut zu reflektieren. Der Lagerplatz sollte ohne Spuren verlassen werden.

Minggu, 07 Agustus 2011

Einen Fluss durchqueren



Tipps einen Fluss zu durchqueren

Flüsse sollten immer diagonal zur Strömung durchquert werden. Der Wanderstock sollte dabei für zusätzlichen Halt gegen die Fließrichtung bzw. in die Gehrichtung gestemmt werden. Die Füße sollten dabei bewusst aufgesetzt werden und es sollten Schuhe getragen werden, um Verletzungen vorzubeugen. Am anderen Ufer sollte trockene Kleidung zum Wechseln und auch das Nötigste zum Feuermachen vorhanden sein. In Flussbiegungen und bei Kiesbänken ist die Strömung meistens stärker.

Rabu, 03 Agustus 2011

Das Schicht- & Zwiebelprinzip


Da ich nun schon öfter festgestellt habe, dass einige Samstagstrotter das Schicht- oder Zwiebelprinzip nicht richtig kennen, erfolgt nun hier ein kleiner Beitrag dazu. Das Schichtprinzip ist eigentlich jedem bekannt, wird aber doch oft falsch verstanden oder gar nicht angewandt. Es besagt ganz einfach, dass es sehr viel besser ist mehrere dünne Kleidungsstücke zu tragen als ein paar wenige dicke. Wenn wir wandern wird Energie und Wärme erzeugt, anschließend Schweiß, um den Körper wieder abzukühlen. Nasse Kleidung führt zu Unwohlsein, Unterkühlung und ggf. zum Abbruch der Tour.

Der einfache Vorteil des Schichtprinzips ist nun, dass zwischen den einzelnen Lagen die Luft gespeichert wird und somit auch die Wärme, die für uns so wichtig ist. Zusätzlich wird der Schweiß von innen schnell nach außen transportiert, was die Kleidung trocken hält und die Wahrscheinlichkeit einer Unterkühlung verringert. Atmungsaktive Kleidung ist hierfür natürlich besonders sinnvoll, sonst findet man sich in einem nassen Sack wieder. Gleichzeitig ist man sehr flexibel um auf jede Wetterlage zu reagieren - ist es sehr warm zieht man einfach ein paar Schichten aus, ist es sehr kalt zieht der frierende Trotter alle Kleidungsschichten an. Mit nur zwei dicken Kleidungsstücken lässt sich diese Flexibilität nicht erreichen.

Sinnvoll ist somit eine leichte Grundschicht aus Materialien für den schnellen Feuchtigkeitstransport (1. Schicht - Funktionsunterwäsche + 2. Schicht - Wanderhemd), dann eine warme und isolierende Schicht (3. Schicht - Fleece/Daunenweste) sowie anschließend eine wind- und wasserdichte äußere Schicht (evtl. 4. Schicht - Softshell, 5. Schicht - Hardshell oder Regenjacke). Bestenfalls soll die letzte Schicht Feuchtigkeit nach außen transportieren und keine Feuchtigkeit von außen hineinlassen.

So ist es möglich unterwegs viel zu variieren. Zum Beispiel beim trotten mit frischem Wind nur die 1. und 4. Schicht anbehalten - der Rest verschwindet im Rucksack. Anschließend in der Pause die 4. Schicht runter und die 3. Schicht anziehen um nicht auszukühlen. Oder einfach nasse Kleidungsstücke gegen trockene austauschen.

So einfach ist das Schicht- bzw. Zwiebelprinzip - 1. Feuchtigkeitstransport, 2. Isolation, 3. Wetterschutz.

Viel Spaß beim ausprobieren.


Selasa, 31 Mei 2011

Weiterführende Gedanken zur Tourplanung


Im ersten Teil der Tourplanung wurden die Route grob umrissen und die Grundausstattung der Ausrüstung festgelegt. Im zweiten Teil wird es nun etwas detaillierter zugehen und die restliche Ausrüstung aufgelistet. Wir sind zwar nur für kurze Zeit unterwegs, jedoch können die Informationen für jede andere Tour auch angewandt werden.

Wichtig bei der Tourplanung ist es, sich vorher einige Gedanken darüber zu machen, wieviel Strecke man pro Tag ungefähr zurücklegt, welche Schlafmöglichkeiten am Ende des Tages angesteuert werden sollen und wo der durstige Trotter Trinkwasser herbekommt.


Tageskilometer und Orientierung

Normalerweise laufen wir gute 30 bis 40 Kilometer am Tag (oder auch 3 - 5 km pro Stunde), jedoch sollte man Höhenmeter, unwegsames Gelände und das Wetter berücksichtigen (Der belesene Trotter kann sich hier an ein paar einfachen Regeln für Gehzeiten orientieren: 5 km Gehzeit pro Stunde; plus 30 Minuten Gehzeit je 300 m Aufstieg; minus 10 Minuten Gehzeit je 300 m Abstieg). Besonders am Anfang unserer Tour in der sächsichen Schweiz wird es nicht so schnell vorangehen, da wir einige der Klettersteige begehen werden und viele Höhenmeter zu bewältigen sind.
Um viel zu sehen werden wir einer Art ZickZack-Kurs folgen. Das Schlafen in einer öffentlichen Boofe ist auch schon eingeplant. Die Tour ist in kleine Abschnitte eingeteilt, um die gesamte Wegstrecke überschaubarer zu machen und mehrere Erfolgserlebnisse für die geschaffte Etappe zu haben.

Gutes Schuhwerk ist für lange Touren unerlässlich

Kochen

Feuer - sofern es aufgrund der Waldbrandstufe erlaubt ist - werden wir jedoch nur an den vorgegebenen Feuerstellen machen. Diese können während der Planung bereits in die Route integriert werden. Wenn wir kochen, dann mit einem Holzkocher und einem Feuerstahl-Set. Etwas Zunder wird mitgenommen und der Rest unterwegs gesammelt, so auch Pflanzen/Kräuter/Pilze und ähnliches, was wir unterwegs als nahrhaft empfinden.


Das soll aber nicht heißen, dass wir uns nur davon ernähren, denn wir greifen auch auf handelsübliche Trekkingnahrung zurück. Diesmal aber etwas bewusster, was bedeutet, dass wir unterschiedliche Produkte (von günstig bis teuer) ausprobieren werden und testen wie nahrhaft das Ganze ist.

Die gute alte Trekkingnahrung - entweder man liebt sie oder...

Trinkwasser

Spätestens nach dem ersten Tag ist die Tour an einen Fluss gekoppelt, um ständig frisches Wasser bei sich zu haben. Da wir jedoch bei der Wasserqualität äußerst vorsichtig sind, werden wir das Wasser abkochen und einen Wasserfilter sowie Micropur-Tabletten dabei haben. Das schmeckt zwar zum Teil widerlich und der arme Trotter könnte Durchfall bekommen, aber besser als sich irgendwas einzufangen - zumal vielleicht auch einige wie wir auf die Idee kommen, einen Fluss zu durchschwimmen. Für welche Methode wir uns letztendlich entscheiden wird spontan vor Ort entschieden. Ausprobieren möchte ich vor allem den kleinen und handlichen Frontier Pro-Wasserfilter mit dem man direkt aus dem Fluss mittels eines Strohhalmes trinken oder in Kombination mit Schlauch und zwei Faltflaschen das Wasser durchfließen lassen kann. Ich bin gespannt.

Sauberes Wasser mittels Filterung

Die böhmische Schweiz schließt sich nahtlos an die sächsische an und spätestens hier überqueren wir die Grenze nach Tschechien. Die genauen Daten der Tour und die Strecke werden wir nach der Tour hier dokumentieren - da wir unterwegs sicher etwas vom Plan abweichen werden.

Ein Fluß in der Nähe der Route sichert das Trinkwasser

Erste Hilfe & Reparaturset

Ein kleines Erste Hilfe Paket wird auch unsere Reise begleiten. Es wird sehr klein ausfallen und mit einem Reparaturset gekoppelt sein, da wir nicht davon ausgehen, dass etwas passieren wird. Aber unsere Erfahrung sagt uns: sicher ist sicher! Neben einer Mullbinde, ein paar Pflastern, Kopfschmerztabletten, Zeckenzange und einem Isomattenreparaturset war es das auch schon.

Ein kleines Erste Hilfe Set sollte man dabei haben -
es muss ja nicht für einen selbst sein

Technische Dinge

Bevor es losgeht sollte man sicher gehen, dass alle technischen Geräte einsatzbereit und aufgeladen sind. Notfalls sind zusätzliche Batterien für Handy, GPS, Fotoapparat und Kopflampe einzuplanen. Auch sollten diese Dinge - sofern nötig - wasserdicht verpackt sein. Dazu gibt es wieder unterschiedliche Varianten: Einige Trotter nehmen extra wasserdichte Beutel für ihre wasseranfälligen Sachen und andere - so auch ich - nehmen gleich einen wasserdichten Rucksack oder zumindest einen wasserdichten Packsack im Rucksack für alle Gegenstände.

Packbeutel erleichtern den Überblick im Rucksack

Diverses

Das Outdoormesser sollte vor der Tour noch geschärft werden und sicherlich kann es auch sehr nützlich sein eine Art "Notfallinfokarte" dabei zu haben (am besten wasserdicht). Auf dieser steht dann der Trottername, Anschrift, Telefonnummer von jemanden, der im Notfall erreichbar ist und ggf. die Blutgruppe. Für die Hygiene unterwegs sollte der umweltfreundliche Wanderer "biologisch abbaubare Seife" nutzen und eine Zahnbürste sollte auch nicht fehlen. Wir sind zwar auf Tour und sozusagen im Wald, jedoch sollte hier trotzdem nicht auf Sauberkeit verzichtet werden - zumal die Gefahr von Infektionen bei einer Outdoortour größer ist als im Alltag.

Ausrüstungsüberblick

Nachfolgend ist meine Ausrüstungsliste abgedruckt, die ich mit dem Rucksackplaner-Tool erstellt habe. Sie ist noch nicht final, insbesondere im Bereich "Verbrauch" und "Sonstiges". Alles in allem etwas über 10 kg. Das ist im Moment vollkommen okay für mich und ich werde sie auch noch weiterhin optimieren. Da ich das erste Mal wirklich explizit darauf achte, was ich genau mitnehme und wie schwer jeder einzelne Ausrüstungsgegenstand ist, finde ich es sehr gelungen.

Ausrüstungsliste

Das Tortendiagramm zeigt einen Gesamtüberblick der einzelnen Kategorien. An diesem ist gut zu erkennen, wo die "Schwerpunkte" im wahrsten Sinne des Wortes liegen und wo der Grammjäger optimieren könnte. Bei mir zum Beispiel in der Kategorie "Sonstiges".

Mittels Diagramm lassen sich leicht die "Schwerpunkte" herausfinden

Damit sind wir nun auch mit unserer Planung fertig und es kann losgehen!