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Rabu, 08 Mei 2013

Trottert(r)ip mit Pfannkuchen


Erst letztens hat mir eine begeisterte Wandersfrau erzählt, dass es nicht immer nötig ist weit weg zu fliegen um eine schöne Wanderung zu erleben und die Natur zu genießen. Viele schöne Fleckchen befinden sich meist fast vor der Haustür. Genau der Meinung bin ich auch und machte mich nun los, ein paar schöne Orte entlang der Isar kennenzulernen. Und ich kann euch jetzt schon sagen - toll!


Nebenbei wollte ich die Wanderung dazu nutzen, endlich mal etwas leckeres draußen zu kochen. Ich kenne nur diese allseits bekannte Trekkingnahrung, die nach einer anstrengenden Reise wieder fit macht, aber unglaublich teuer ist und mir nach gut vier Tagen einfach nicht mehr schmeckt... Nun dachte ich mir, kaufste dir ne Pfanne, nimmst ein einfaches Rezept und die dazugehörigen Zutaten und machst einfach mal dein Essen selber. Und ich kann euch jetzt schon sagen - toll!


Ausrüstung und Vorhaben

Als Ausrüstung habe ich wenig dabei: meinen neuen Fjällräven No. 21 Rucksack (in Medium), eine Regenjacke (da Regen angekündigt wurde), den Hut und die Kochausrüstung. Die Kochutensilien nehmen natürlich den Großteil des Platzes im Rucksacks ein. Diese bestanden aus meinem Vargo Hexagon Holzkocher, dem genialem Titanium Topf von MSR, meiner ersten Outdoor Alupfanne von Trangia und einer Klean Kanteen Wasserflasche. Und sinnloserweise einer weiteren Tasse - die total unnötig war und ich auch nicht mehr weiß warum ich die eingepackt hatte. Wie dem auch sei - vorgenommen hatte ich mir Pfannkuchen bzw. Eierkuchen zu machen. Also eigentlich eher Pfannkuchen, da keine Eier als Zutat vorgesehen waren. Das Rezept sollte so einfach wie möglich sein und mit möglichst wenig Zutaten auskommen. Das ging besser als ich zuerst dachte.

Gleichzeitig wollte ich die Tour filmen und einen entsprechenden Trotten mit Hut - Film daraus machen. Das mache ich mit der GoPro HD Hero 3, die ich mir vor einiger Zeit geholt habe und bin praktisch ständig am testen und filmen :) Aber seht später selbst ...

Los ging es mit der S-Bahn Richtung Süden, anschließend ein Stückchen durch ein Städtlein und schon in kurzer Zeit war ich an der Isar - mitten in der Natur. Abgesehen von ein paar Wanderern kam es mir unglaublich abgeschieden vor. Das war sehr beeindruckend - ist doch nur ein paar Kilometer entfernt die Großstadt München. Schnurstracks ging es Richtung Norden die Isar entlang und immer mit einem Auge auf der Suche nach einem schönen Plätzchen zum Pfannkuchen machen. Das schöne Wetter hielt an und nach etlichen Kilometern fand ich ein vom Weg abgelegenes Fleckchen und machte mich daran, den Kern der Reise zu erleben.


Pfannkuchen selbst gemacht

Als erstes musste ich den Pfannkuchenteig herstellen: Dazu nahm ich meine 125 g abgewogenes Mehl (reicht für 3 - 4 Pfannkuchen) und mischte es mit der (ungefähr) gleichen Menge Wasser in einem Topf. Dazu kam (ungefähr) 1 TL Backpulver, eine Prise Salz und etwas Zucker - und dann wird gut durchgerührt. Anschließend kam Öl in die Pfanne, diese wurde auf dem Holzkocher erhitzt und anschließend der Teig dazugegossen.

Leider ist es unglaublich schwierig auf diesem kleinen Holzkocher vernünftig mit einer Pfanne zu hantieren, da die Öffnung des Kochers viel zu klein für die Pfanne ist. Aber ein größeres Feuer kam dort nicht in Frage. Meine gemachten Pfannkuchen waren also etwas zu hell und leider nicht so schön kross wie ich es mir gewünscht hätte. Aber mit einer Handvoll Zucker waren diese nach den vielen Kilometern äußerst lecker. Das ganze dann gleichzeitig noch zu filmen ist erst recht ganz schön anstrengend. Aber das war es allemal wert:


Nachdem ich nun gut gegessen und die Füße ausgestreckt hatte, ging es weiter nach Norden - noch einige Kilometer - bis zur nächsten S-Bahnstation. Und das ist auch was schönes: du kannst mitten in der Natur das Leben draußen genießen und nur ein paar Kilometer weiter ist man wieder unter Menschen. Hat auch was. Besonders für Kurzt(r)ips.

Sabtu, 22 Oktober 2011

Erste-Hilfe


Bei jeder Tour steht bei uns die Sicherheit an oberster Stelle. Regelmäßig überprüfen wir unsere medizinische Grundausrüstung und sorgen vor einer Trottertour dafür das jeder ein 1.Hilfe Päckchen dabei hat. Ich habe jetzt schon die ein oder andere böse Verletzung erlebt - zum Glück nicht bei mir - und gehe deshalb nicht mehr ohne Erste-Hilfe-Set zum Wandern. Dieser Artikel soll als kleine Anregung für die Trotter dienen, die noch kein 1.Hilfe Päckchen dabei haben oder demnächst eines mitnehmen wollen.

Kleines und wasserdichtes 1.Hilfe Päckchen für unterwegs

Verpackt mit System

Jeder wird und muss sich seine Erste-Hilfe-Apotheke seinen Bedürfnissen entsprechend zusammenstellen. Ist man alleine unterwegs wird anders geplant als wenn man in einer großen Gruppe reist. Das Erste-Hilfe-Set einer Frau unterscheidet sich von der eines Mannes. Ist man mit Kindern unterwegs fällt die Anzahl der Pflaster nunmal größer aus. Wichtig ist, dass das Set aktuell und organisiert - verpackt mit System - ist. Das ist nicht nur für einen selbst wichtig, sondern auch für andere, die sich notfalls damit zurechtfinden müssen. Beschädigte und verbrauchte Materialen sollten so schnell wie möglich ersetzt werden. Außerdem sollten die Medikamente und Erste-Hilfe-Materialien auf die entsprechende Reiseregion abgestimmt werden.

Geordneter Inhalt - die Zeckenzange kommt auch mit

Individuelles Erste-Hilfe-Set

Die Auflistung einer Erste-Hilfe-Checkliste würde hier nicht viel Sinn machen. Eine sehr gute Übersicht zur Basisausstattung und ergänzende Informationen findet ihr jedoch auf ausgeruestet.com. Für eine erste Wandervariante kann man sich beispielsweise an dem Erste-Hilfe-Koffer im Auto orientieren. Auch ist es möglich sich kleinere Hilfe-Sets zu kaufen und sein individuelles Packet anschließend daraus zusammenzustellen. Hier sollte man zwischen der Grundausstattung (Handschuhe, Pflaster, Mullbinden, Dreiecktuch), persönlichen Medikamenten (Schmerztabletten, Notfallausweis, Verschreibungspflichtige Medikamente) und spezielle Ausrüstung für das Reiseziel (Malariatabletten, Sonnenschutzmittel, Zeckenzange) unterscheiden. Materialien mit Verfallsdatum muss man regelmäßig auf Haltbarkeit kontrollieren und eventuell austauschen.

Sicherheit geht vor

Verletzungen sollte man immer sofort behandeln. Auch kleinere Kratzer und Schnitte können sich nach kurzer Zeit bösartig entzünden - besonders wenn man länger draußen unterwegs ist - und schlimmstenfalls zum Abbruch der Tour führen. Wichtig ist auch, dass man sich in einem Notfall immer zuerst schützt und erst dann dem Verletzten hilft. Denn wir können niemandem helfen, wenn wir selbst verletzt sind oder der Unfallort nicht sicher für uns ist um uns dem Verunfallten zu nähern.

Alles sauber und steril verpackt

Eine Wunde draußen sauber zu halten ist immer sehr schwierig, aber äußerst wichtig. Darum sollte man Einmalhandschuhe dabei haben, um sich selbst und um den Verletzten vor Infektionen zu schützen. Hat man Wasser dabei kann die Wunde vorher etwas gesäubert werden. Verbände und Mullbinden sollten immer steril sein. Fällt ein Verband beim Verarzten in den Dreck, nimmt man einen neuen. Wir können jedem nur empfehlen einen 1.Hilfe Kurs zu besuchen und diesen regelmäßig durchzuführen um aktuell zu bleiben und nicht aus der Übung zu kommen. Denn die professionell zusammengestellte Ausrüstung bringt nur wenig, wenn man in einer Notsituation damit nichts anzufangen weiß. In diesem Sinne: Hals und Beinbruch!


Rabu, 03 Agustus 2011

Das Schicht- & Zwiebelprinzip


Da ich nun schon öfter festgestellt habe, dass einige Samstagstrotter das Schicht- oder Zwiebelprinzip nicht richtig kennen, erfolgt nun hier ein kleiner Beitrag dazu. Das Schichtprinzip ist eigentlich jedem bekannt, wird aber doch oft falsch verstanden oder gar nicht angewandt. Es besagt ganz einfach, dass es sehr viel besser ist mehrere dünne Kleidungsstücke zu tragen als ein paar wenige dicke. Wenn wir wandern wird Energie und Wärme erzeugt, anschließend Schweiß, um den Körper wieder abzukühlen. Nasse Kleidung führt zu Unwohlsein, Unterkühlung und ggf. zum Abbruch der Tour.

Der einfache Vorteil des Schichtprinzips ist nun, dass zwischen den einzelnen Lagen die Luft gespeichert wird und somit auch die Wärme, die für uns so wichtig ist. Zusätzlich wird der Schweiß von innen schnell nach außen transportiert, was die Kleidung trocken hält und die Wahrscheinlichkeit einer Unterkühlung verringert. Atmungsaktive Kleidung ist hierfür natürlich besonders sinnvoll, sonst findet man sich in einem nassen Sack wieder. Gleichzeitig ist man sehr flexibel um auf jede Wetterlage zu reagieren - ist es sehr warm zieht man einfach ein paar Schichten aus, ist es sehr kalt zieht der frierende Trotter alle Kleidungsschichten an. Mit nur zwei dicken Kleidungsstücken lässt sich diese Flexibilität nicht erreichen.

Sinnvoll ist somit eine leichte Grundschicht aus Materialien für den schnellen Feuchtigkeitstransport (1. Schicht - Funktionsunterwäsche + 2. Schicht - Wanderhemd), dann eine warme und isolierende Schicht (3. Schicht - Fleece/Daunenweste) sowie anschließend eine wind- und wasserdichte äußere Schicht (evtl. 4. Schicht - Softshell, 5. Schicht - Hardshell oder Regenjacke). Bestenfalls soll die letzte Schicht Feuchtigkeit nach außen transportieren und keine Feuchtigkeit von außen hineinlassen.

So ist es möglich unterwegs viel zu variieren. Zum Beispiel beim trotten mit frischem Wind nur die 1. und 4. Schicht anbehalten - der Rest verschwindet im Rucksack. Anschließend in der Pause die 4. Schicht runter und die 3. Schicht anziehen um nicht auszukühlen. Oder einfach nasse Kleidungsstücke gegen trockene austauschen.

So einfach ist das Schicht- bzw. Zwiebelprinzip - 1. Feuchtigkeitstransport, 2. Isolation, 3. Wetterschutz.

Viel Spaß beim ausprobieren.


Kamis, 01 Juli 2010

Orientierung(slos)


Unterwegs mit Karte und Kompass... Karte ja klar, aber warum Kompass - für was brauch ich den? Warum muss ich eine Karte norden? Solche und so ähnliche Aussagen habe ich schon von trotterfernen Menschen zu hören bekommen. Natürlich ist ein Kompass für einen Kurztrip meist unnötig und in Gebieten mit Zivilisationsstrukturen natürlich auch, denn der gesprächsfreudige Trotter fragt einfach nach dem Weg (Der Rat von Einheimischen ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, man sollte sich darauf nicht verlassen!).

Trotzdem ist die Orientierung und der Umgang mit Karte und Kompass von hoher Bedeutung für eine erfolgreiche Trottertour in unbekannten Gebieten. Dieses Wissen gerät bei vielen Menschen immer mehr in Vergessenheit oder ist nur teilweise bis gar nicht vorhanden. Für diese beiden Kategorien und für den interessierten Trotter soll dieser Beitrag dienen.


Durch die GPS Navigation ist die Orientierung und Wegfindung sehr viel einfacher geworden und jedes Kind kann damit umgehen. Ganz klar - GPS ist eine wirklich geniale Erfindung! Aber was ist, wenn dieses ausfällt, weil es kaputt geht, man keinen Empfang hat, es verliert oder im Kriegsfall abgeschaltet wird?! Man kann sich darauf nicht 100%ig verlassen und ihm blind vertrauen - so wie auf alle technischen Geräte, die man immer nur als Hilfsmittel und Werkzeug sehen sollte. Deshalb benötigt der umsichtige Trotter zumindest ein gewisses Grundwissen in der Orientierung und Navigation - besonders wenn er sich verirrt hat und sich fragt, wie er wieder nach Hause findet! Nichtsdestotrotz sollte man sich zusätzlich das Wissen aneignen wie man ein GPS bedient.

Himmelsrichtungen

Nordri, Austri, Sudri, Westri sind die vier Zwerge aus der nordischen Mythologie, die den Himmel stützen der aus dem Schädel des Riesen Ymir von Odin, dem Gott der Götter, geschaffen wurde. Sie entsprechen den vier Himmelsrichtungen und heißen bei uns Norden, Osten, Süden und Westen.

Es ist recht einfach die Himmelsrichtungen ohne Kompass anhand der Sonne zu ermitteln. Im Osten geht die Sonne auf, im Süden hat sie ihren höchsten Stand und im Westen geht sie unter. Wem es schwerfällt sich das zu merken dem sind folgende Tipps mit auf den Weg gegeben:

- Japan liegt (von uns aus gesehen) im Osten und ist das Land der aufgehenden Sonne.
- Der Westen wird auch als Abendland bezeichnet und gibt somit das Untergehen der Sonne an.
- Im Süden liegen die warmen Länder und im Norden die Kälteren bzw. der Nordpol ist (meist) oben.


Die Reihenfolge bzw. die Position der Himmelsrichtungen kann der reimende Trotter sich auch anhand zweier Sprichwörter merken (im Uhrzeigersinn zu verstehen):

- Nie Ohne Seife Waschen
- Nie Ohne Schuhe Wandern

Orientierungshilfen

Als einfachen Kompass kann man seine Armbanduhr benutzen. Man richtet den Stundenzeiger auf die Sonne (Alle Tipps beziehen sich auf die nördliche Erdhalbkugel). Anschließend halbiert man den kleineren Winkel zwischen dem kleinen Zeiger und der Zwölf und hat somit die winkelhalbierende Linie, die nach Süden weist (mit einer Digitaluhr ist dieses Verfahren auch anwendbar - man zeichnet die entsprechende Zeigerstellung einfach auf ein Blatt Papier).

Eine weitere Orientierungshilfe liefert uns die Schattenstabmethode. Hierfür sucht man einen Stock und steckt diesen in die Erde. Das Ende des Schattens, der nun auf den Boden fällt, wird mit einem Stein markiert und nach einiger Zeit markiert man den neuen Punkt, an dem der Schatten den Boden berührt. Anschließend verbindet man die beiden Punkte mit einer gedachten geraden Linie oder einem zweiten Stock und hat so eine fast genaue West-Ost Linie (der erste Punkt zeigt die westliche Richtung).

In unseren Regionen weht der Wind meist von West nach Ost (bzw. die Hauptwetterrichtung ist Nordwest), somit haben Grasbüschel und Moos ihre Hauptwuchsrichtung zur windabgewandten Seite und auch Äste sind auf der windabgewandten Seite länger (mit Vorsicht zu genießen!). Zudem sind in Deutschland anscheinend die meisten Satellitenschüsseln auf Astra-Satelliten ausgerichtet und somit 19.2° nach Ost verdreht. Die Türme älterer Kirchen stehen meist auf der Westseite, Kirchenaltäre sind nach Osten ausgerichtet und Ameisenhaufen finden sich meist auf der Südseite von Bäumen und Büschen.

Die Sonne geht im Westen unter - der Trotterfotograf
befand sich somit an der Südseite des Sees

In der Nacht orientiert man sich bei wolkenlosem Himmel an den Sternen. Hier bildet auf der Nordhalbkugel der Polarstern eine gute Orientierung. Hierbei darf nicht vergessen werden, dass der Polarstern keinesfalls der hellste Punkt am Abendhimmel ist! Zu finden ist dieser an der Spitze der Deichsel des "kleinen Wagens" oder wenn man die Hinterachse des "großen Wagens" um das Fünffache verlängert.

Mit diesem Wissen haben wir einige Grundlagen für die Orientierung bei idealem Wetter erworben. Meist ist gutes Wetter natürlich nicht vorhanden, insbesondere wenn man sich verlaufen hat.

Orientierung mit Karte und Kompass

Was kann ich mit diesem Wissen anfangen wird sich der wissbegierige Trotter nun fragen. Ganz einfach: ich kann mich orientieren! Zum Beispiel indem ich meine Karte einnorde, um zu wissen, ob ich an einer Kreuzung nach links oder nach rechts trotten muss. Und ich kann in einem übersichtlichen Gelände auf diese Weise herausfinden, wo ich mich auf der Karte befinde. Ohne Karte kann ich das Wissen nutzen, um eine gewisse Wanderrichtung einzuhalten, wenn ich zum Beispiel weiß, dass sich im Osten Hilfe befindet oder ein anderer Punkt, den ich erreichen möchte.

Kirchenaltäre stehen meist im Osten und ältere Kirchen haben
eine Ost-West-Ausrichtung - der Weg führt somit voraussichtlich Richtung Westen

Bei schlechtem Wetter und ungeeignetem Gelände nützen uns die meisten oben genannten Orientierungshilfen aber wenig, so wie wir es in den Highlands von Schottland erlebt haben. Literweise Regenwasser und Nebel mit Sichtweiten unter 5 m können in den Bergen schnell zur Katastrophe führen. Es hört sich vielleicht komisch an, aber es kann sehr schwierig sein den richtigen oder überhaupt einen Weg von einem Berg ins Tal zu finden. Doch was macht der geübte Trotter in solch einer Situation? Richtig - er packt seinen Kompass aus und orientiert sich mit diesem. Da man im Nebel kein übersichtliches Gelände vorfindet ist es natürlich schwierig seine Position auf der Karte zu bestimmen. In diesem Fall müssen die Himmelsrichtungen und das ungefähre Wissen über den eigenen Standort notfalls ausreichen. Man sollte jedoch immer seine Wanderstrecke grob im Kopf haben und ungefähr wissen, ob das soeben passierte Dorf im Westen liegt oder nördlich eine Autobahn oder ein bekannter Fluss verläuft.

Abstieg in den schottischen Highlands ohne Orientierungshilfen

Zum Kompass sollte man wissen, dass sich dieser nach den magnetischen Feldlinien der Erde ausrichtet und besonders nahe der Polkappen zum magnetischen Pol weist anstatt zum geografischen. Deklination (Missweisung) und auch Inklination (Neigungswinkel) sollten also beachtet werden und sind in der einschlägigen Literatur näher beschrieben. Metallische Gegenstände beeinflussen die Kompassanzeige und müssen in großzügigem Abstand gehalten werden. Da sich das Bild der Landschaft ständig ändert sollte man auch die Karte und das Gelände möglichst oft abgleichen.

Das Einnorden einer Karte funktioniert ganz einfach, indem man die Seitenkante des Kompasses parallel zu den senkrechten Gitterlinien der Karte legt und anschließend die Karte samt Kompass solange dreht bis die Kompassnadel mit der Nordmarkierung deckungsgleich ist.

 Einnorden der Karte mittels handelsüblichen 
Kompass oder ...

... durch eine Multifunktionsuhr wie der von Suunto

Durch Vergleich von markanten Punkten im Gelände mit der Karte ist es möglich, seinen Standpunkt (es sei denn man hat sich total verirrt) zu ermitteln und/oder ggf. eine gewünschte Kursrichtung einzuschlagen. Wenn man weiß, wo man sich befindet, kann man folgendermaßen vorgehen: Den Kompass legt man auf die Karte und verbindet mit der Seitenkante den eigenen Standort und das Ziel. Anschließend bleibt der Kompass liegen und man dreht den Gradeinteilungsring des Kompasses so, dass die Nordlinien parallel zu den Gitterlinien in der Karte ausgerichtet sind. Nun ist der Kurswinkel (Marschkompasszahl) eingestellt und muss nicht mehr neu ermittelt werden. Um nun den Kurswinkel in das Gelände zu übertragen, nimmt man den Kompass von der Karte und hält ihn waagerecht vor sich hin, bis das Nordende der Nadel genau auf die Nordmarke zeigt. Der Richtungspfeil bzw. das vordere Ende des Kompasses zeigt nun die Zielrichtung an. Nun peilt man ein bestimmtes (Hilfs-)Ziel an und marschiert drauf los.

Um die gewünschte Kursrichtung zu ermitteln, werden die Nordlinien des 
Kompasses parallel zu den Gitterlinien in der Karte ausgerichtet.

Ohne alles

Rüdiger Nehberg schreibt in seinem Buch Überleben ums Verrecken, dass es im Notfall genügt eine Billig-Kompassnadel mitzunehmen und diese mit Hilfe eines Korkscheibchens oder eines Blattes auf Wasser schwimmen zu lassen oder an einen Faden aufzuhängen, um die Himmelsrichtungen zu ermitteln. Wenn man kein Wasser oder einen Faden hat, baut man sich Rüdis-Pipi-Kompass - man pinkelt sich auf die Hand und lässt die Kompassnadel drin schwimmen. Hat man keine Kompassnadel, funktioniert dies auch mit einer einfachen Nadel, indem man diese magnetisch auflädt und oben beschriebenes Prinzip anwendet.

Hat man sich komplett verlaufen und will den Heimweg finden, sind folgende Tipps hilfreich. Erstens sollte man talwärts zu gehen und zweitens sich einen Bach oder Fluss suchen und diesen abwärts folgen - sie führen immer zu Menschen. In Wüsten sollte man eher flussaufwärts Richtung Quelle gehen. Werden Wege enger und spärlicher führen sie von Menschen weg, werden sie hingegen deutlicher und breiter führen sie zu Menschen hin. Außerdem sollte man auf den Linksdrall als Rechtshänder (bzw. Rechtsdrall als Linkshänder) achten, d.h. bei Rechtsfüßern ist das rechte Bein stärker als das linke und man macht somit unweigerlich einen linken Bogen beim "Geradeausgehen".


Rabu, 09 Juni 2010

Wetterkunde - Mit Schirm, Schal und Höhenmesser...


Für eine faszinierende und erfolgreiche Trottertour spielt die Information wie das Wetter wird eine entscheidende Rolle. Tourenverlauf, Unterschlupf und Nahrungsbeschaffung hängen im großem Maße vom Wetter ab. Um hier im Vorteil gegenüber der Natur zu sein, helfen einfache Beobachtungen und Schlussfolgerungen die der umsichtige Trotter während seiner Tour vornehmen sollte. Insbesondere sind es verschiedene Veränderungen (Wolken, Wind, Tiere und Pflanzen) die auf einen Wetterwechsel hindeuten können.


Als Beispiel dienen mit einem Mal tief fliegende Vögel (z.B. Schwalben) die auf der Jagd nach Insekten sind die sich kurz vor dem Regen unter Blättern in Sicherheit bringen wollen. Oder stark wehender Wind der innerhalb kürzester Zeit die Richtung wechselt. Eine genaue Beobachtungsgabe für Veränderungen und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen sind somit essentiell für eine gelungene Tour.


Zudem gilt eine einfache Regel - Langsame Veränderungen des Wetters führen zu anhaltenden Wetterlagen und schnelle Veränderungen deuten auf unbeständiges Wetter hin. Trottertipp: Wenns nass von oben kommt, dann ist das Schlechtwettergebiet ganz nah!

Nachfolgend sollen einige Zeichen aus der Natur dem wissbegierigen Trotter nähergebracht werden von denen noch unzählige in der einschlägigen Literatur zu finden sind. Für den angehenden Hobby-Meteorologen kann noch die Webseite der Waldläufer, die mehr als nur eine Seite zur Wetterkunde bieten empfohlen werden.


Die Zeichen der Natur


Wind

Für eine Wetterverschlechterung spricht ein starker oder zunehmender Wind. Dabei gilt, das Wind aus Südwest bis Nordwest meist kühles und regnerisches Wetter bringt. Wind aus Ost oder Nordost hingegen bringt trockene Luft, was im Winter starke Kälte und im Sommer große Hitze bedeutet.

Feuchtigkeit

Die Wahrscheinlichkeit einer Verschlechterung des Wetters ist umso größer, je mehr Feuchtigkeit in der Luft vorhanden ist. Ein Indiz dafür sind zum Beispiel aufsteigende Nebelschwaden. Liegt der Nebel jedoch in den Tälern und die Dämmerung erscheint grau, dann wird das Wetter meist gut. Auch wenn es Morgentau gibt ist dies ein Zeichen für gutes Wetter.

Himmel

Mit schlechtem Wetter ist zu rechnen, wenn der Morgenhimmel eine rote Färbung (bei wolkenarmen Himmel) aufweist. Gutes Wetter bleibt meist bestehen, wenn der Abendhimmel rot gefärbt ist und es kalte und klare Nächte gibt. Kühlt es hingegen nachts nicht ab zieht vermutlich eine Warmfront mit Regen auf. Das gleiche gilt für Schönwetterwolken die sich nicht auflösen wollen, sie deuten auf schlechtes Wetter.


Pflanzen

Viele Pflanzen schließen ihre Blüten sobald sich eine Kaltfront nähert. So zum Beispiel der Löwenzahn, der seine Blüten bei einer Temperatur unter 10 Grad schließt.

Tiere

An Seen und Flüßen ist ein guter Indikator für ein kommendes Schlechtwettergebiet Moskitos und Schwarze Fliegen. Diese treten meist 12 Stunden vor dem Unwetter in großen Schwärmen auf. Sobald das Unwetter beim umsichtigen Trotter angekommen ist, verschwinden die Insekten um sich in Sicherheit zu bringen. Zusätzlich sollen Frösche die Eigenschaft haben einige Stunden vor einem Unwetter verstärkt zu quaken und Fische springen vermehrt im Wasser umher. Hochfliegende Schwalben hingegen sind ein Indiz für gutes Wetter.

Luftdruck

Die Entwicklung eines Schlechtwettergebietes oder Tiefdruckgebietes kündigt sich durch fallenden Luftdruck an. Im Gegensatz zum steigenden Luftdruck, der eine Schönwetterphase oder ein Hochdruckgebiet ankündigt. Der Luftdruck kann durch ein Höhenmesser/Barometer abgelesen werden. Für den findigen Trotter kann es durchaus sinnvoll sein so ein Messinstrument bei sich zu haben, natürlich gewichtssparend integriert in seine Multifunktionsuhr. Der sich ändernde Luftdruck ist ein hervorragendes Indiz für Wetteränderungen und kann auch ohne technische Spielereien aus der Natur abgelesen werden. Beispielsweise ist ein Luftdruckabfall an den aufsteigenden Gasblasen in Teichen zu erkennen, die an der Oberfläche als Schaum auftreten (gemeint sind hier keine Gewässer in der Nähe von Industrieanlagen). Oder am Rauch des Lagerfeuers der bei einem niedrigen Luftdruck eher schlecht aufsteigt. Schlechter werdendes Wetter ist auch meist am Geruch zu erkennen, da beim Luftdruckabfall die Feuchtigkeit zunimmt und die Natur anfängt stark zu duften.


Für das Messen von Luftdruckänderungen bietet sich ein Höhenmesser oder ein Barometer an, wobei ein Höhenmesser eigentlich auch ein Barometer ist. D.h. wenn man einen Berg besteigt, steigt die Anzeige des Höhenmessers und umso geringer wird der Luftdruck. Oder anders, steigt der Luftdruck so fällt die Anzeige auf dem Höhenmesser. Dies sollte man wissen und verstehen, wenn man solch ein Gerät nutzt. Ein fallender Luftdruck und zunehmende Höhenwerte sind somit ein Indiz für eine Wetterverschlechterung. Dabei gilt wieder: langsame Veränderungen des Luftdrucks (egal ob fallend oder steigend) führen zu anhaltenden Wetterlagen und schnelle Veränderungen deuten auf unbeständiges Wetter hin. Eine Sturmfront ist beispielsweise zu erwarten, wenn ein Luftdruckabfall von mehr als 3 hPa innerhalb von 3 Stunden auftritt(*).

Um nun kein unhandliches Barometer mit auf Tour zu nehmen bietet sich, wie oben schon erwähnt, eine Multifunktionsuhr an. Empfehlen kann ich die hochpräzisen Uhren von Suunto aus Finnland, speziell die Suunto Core. Diese 65 g schwere und anscheinend bis zu 30 m wasserdichte Uhr vereint Höhenmesser mit Höhenspeicher und Höhendifferenzmessung, Barometer mit *Sturmalarm und Wettertrendanzeige, Tiefenmesser, Thermometer und einen Kompass mit digitaler Peilung. Natürlich kann diese Uhr auch die üblichen Dinge wie Zeit-, Datums-, Alarmfunktionen, Dualzeit, Sonnenauf- und untergang usw. Ein nettes Spielzeug für den wissbegierigen Trotter also!



Rabu, 26 Mei 2010

Survival- & Katastrophenmanagement


Schon mein Professor sagte zu Studienzeiten zu mir: "Lernen Sie wie einen Dampfmaschine funktioniert", wie man Lebensmittel anbaut und weitere "vergessene" Dinge die nach einer möglichen Katastrophe nützlich sein könnten. Denn wenn alle gesellschaftlichen Strukturen zusammenbrechen, sei es nach einer Pandemie, Erdeben-, Flut- oder sonstigen Katastrophe, und es keinen Strom, kein Wasser, keine Infrastruktur oder keine Lebensmittel mehr gibt, ist man gut beraten wenn man vorbereitet ist.

Alte Dampflok

Es scheint als spielten die Jahreszeiten verrückt und einige Naturkatastrophen häufen sich in Regionen, die sonst keine Probleme damit hatten. (Ob hier nun der Einfluss des Menschen eine zentrale Rolle spielt sei ersteinmal dahin gestellt.) All diese Faktoren sollten uns dazu veranlassen einen Blick auf unserer Umwelt zu haben und uns auf schädliche Umwelteinflüsse entsprechend vorzubereiten. In der Outdoorszene ist man eh darauf getrimmt, abseits der Wege und der Zivilisation zu leben und somit passt dieser Post, der den umweltbewussten und wissbegierigen Trotter ansprechen soll, prima in diesen Blog.

Im Internet existieren zahlreiche Webseiten die sich mit dem Survival- und Katastrophenmanagement beschäftigen wie zum Beispiel die Vorbereitung eines Flucht- oder 3-Tage-Rucksacks oder die Lebensmittelbevorratung um absolute Unabhängigkeit im Katastrophenfall zu gewährleisten und das Überleben in Krisenzeiten zu sichern.

Die Plattentektonik beschreibt die Bewegungen der Kontinentalplatten und die daraus entstehenden geologischen Phänomene. Aufgrund der Kontinentalverschiebung lassen sich Erdbeben und Vulkanismus erklären, durch die wiederum auch Tsunamis ausgelöst werden können.

Jährlich werden ca. 20.000 Erdbeben registriert, wobei alle zwei bis drei Tage ein Erdbeben mit mindestens Stärke 6.0 auf der Richterskala auftritt und schwere Schäden anrichten kann. Ähnlich gefährlich sind Vulkanausbrüche deren Gefahr wir uns in Mitteleuropa kaum bewusst sind da sie uns nicht direkt betreffen.

Natürlich kann man sich gegen solche Naturgewalten nicht vollends schützen, jedoch kann jeder für sich Vorbereitungen treffen. Und sei es nur ein paar Kerzen oder einen Spirituskocher zu Hause zu haben vor dem nächsten Stromausfall.