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Senin, 18 Juli 2011

Frontier Pro Wasserfilter


Der Aquamira Frontier Pro ist der erste Wasserfilter den ich benutze und er gefällt mir nach einem praktischen Einsatz ziemlich gut. Er besitzt so ziemlich alle Eigenschaften die ich gesucht habe: geringe Anschaffungskosten und ein kleines und leichtes Packmaß. Somit ein ultraleichter Tipp.


Direkt aus der Quelle

Der an die 30 € teure Filter besteht aus dem primären Filterelement, einem Vorfilter - sowie vier Ersatzvorfilter - und einem Ansaugschlauch. Der Vorfilter verhindert es das Schmutz in den eigentlichen Filter dringt. Mittels des Ansaugschlauchs ist es möglich den Frontier Pro als eine Art Strohhalm mit integriertem Filter zu nutzen. Dazu wird der Schlauch an dem Wasserfilter befestigt, die Vorkappe abgenommen (diese ist durch eine Gummihalterung befestigt und kann somit nicht verloren gehen) und anschließend mittels des darunter befindlichen Beißventils aus einer Wasserquelle getrunken. Einfach und praktisch.

Fließen und filtern lassen

Die von mir bevorzugte zweite Art der Filterung geschieht mittels der Schwerkraft. Aufgrund des angebrachten 28 mm Gewindes passt der Wasserfilter auf die meisten Faltflaschen und somit benötigt man nur noch einen zusätzlichen Schlauch plus eine weitere (Falt)flasche. Also, Filter mittels des Gewindes auf die Faltflasche schrauben, das Beißventil entfernen und den zweiten Schlauch - der zur zweiten Wasserflasche führt - auf den Filter stecken - fertig. Anschließend die Flasche mit dem verschmutzten Wasser aufhängen und das Wasser fließen und filtern lassen. Der Wasserdurchlauf geht dabei sehr zügig von statten und der ungeduldige Trotter muss nicht lange auf sein Trinkwasser warten.














Fazit zum Frontier Pro Wasserfilter

Die vom Hersteller angegebene Höchstfiltermenge beträgt (je nach Verschmutzung) ca. 190 l Wasser. Der rund 60 g leichte Frontier Pro Wasserfilter enthält nach unseren Recherchen und laut Hersteller auch Aktivkohle, filtert jedoch nur bis zu 3 µm (also 0,003 mm) große Teilchen. Da viele Viren/Bakterien usw. aber meist viel kleiner sind raten wir dringend zusätzliche Hilfsmittel wie z.B. Micropur zu verwenden. Außerdem legen wir immer zusätzlich Wert auf einigermaßen optisch sauberes Wasser. Das ist natürlich alles sehr aufwendig - besonders wenn man durstig ist - aber es ist sicherer. Denn wer einmal durch unsauberes Wasser in eine unangenehmene Lage gekommen ist, versteht das sicher. Bei sehr verschmutzten und unsicheren Wasserquellen sollte hier eine bessere Wasserfiltervariante bevorzugt oder die Quelle gewechselt werden.

Guten Durst!


Senin, 11 Juli 2011

Nachbesprechung zur Tschechientour


In meinem Artikel zur Tourplanung hatte ich schon eingehend berichtet wie wir unsere Tschechientour gestalten wollen und wie wir sie vorher geplant haben. Natürlich weicht man immer etwas von seiner eigentlichen Planung ab und viele Dinge die man sich vorgenommen hat werden letztendlich nicht durchgeführt - auch im Hinblick auf die kurze Dauer der Wandertour. Im eigenen Interesse und auch aufgrund der Leserpost wollen wir in unserer Nachbesprechung auf unsere Planung zurückkommen und berichten was funktioniert hat, was eher schlecht war, welche Ausrüstung wir gebraucht oder nicht gebraucht haben.

Haben die Wanderkarten ihren Zweck erfüllt?

(Jaddar) Die Böhm-Wanderkarten haben mich sehr überzeugt. Sie sind extrem detailliert, zeigen so gut wie jeden noch so kleinen Wanderweg, haben ein kleines Packmaß und sind schön anzuschauen. Mit ihnen konnte ich sehr gut den Anfang und das Ende unserer Tour planen.

Sehr schöne und hilfreiche Wanderkarte

Warum passen die Streckenangabe nicht zu den Höhenprofilen?

(Jaddar) Mittels dem Programm MapSource lese ich die GPS Daten ein und lasse mir die Strecke dort anzeigen. Da wir nicht nur spektakulär auf und ab gewandert sind sondern auch mal einigermaßen gerade Strecken, passiert es das das Höhenprofil natürlich extrem langweilig aussieht (und MapSource es mir - warum auch immer - einfach nur als gerade Linie anzeigt). Somit habe ich den Ausschnitt vergrößert und dadurch wird natürlich nur ein bestimmter Abschnitt angezeigt und nicht die komplette Strecke.

Langweiliges Höhenprofil
Vergrößerter Ausschnitt der Strecke










Hat das GPS durchgehalten?

(Jaddar) Nach und während dieser Wanderung war ich sehr zufrieden mit meinem GPS Gerät. In erster Linie lag das nun an den neu gekauften Lithium Batterien mit dem das Gerät nun endlich die vom Hersteller versprochene Zeit durchhält. Die Batterien hielten von Samstag bis Mittwoch, wobei ich das Gerät an manchen Tagen oft benutzt habe. Bei längeren Pausen und in der Nacht wurde es natürlich ausgeschaltet. Für die Streckennachbereitung, Tourstatistiken und Wegfindung unterwegs hat es wiedereinmal sehr gute Dienste geleistet. Als Karte habe ich die frei verfügbare Reit- und Wanderkarte genutzt. Zwar habe ich festgestellt das einige Wege noch nicht verzeichnet sind, aber das kann ich selbst nachholen da an der Karte mitgearbeitet werden kann.


Wie hat sich die Ausrüstung bewährt?

Rucksack

(Jaddar) Ich war mit den Dingen die ich mitgenommen habe sehr zufrieden. Mein Rucksack Exped Mountain Pro 50 hat sehr gute Dienste geleistet. Auch wenn er keine Außentaschen hat, ist es durch die angebrachten Schlaufen und Schnallen optimal um dort Gegenstände zu befestigen. Das sieht zwar abenteuerlich aus, ist aber ziemlich praktisch.


Isomatte, Biwak- & Schlafsack

(Jaddar) Anders als in der Ausrüstungsliste zur Vorbereitung aufgelistet, habe ich doch noch meinen Biwaksack mitgenommen. Ich musste ihn einfach mal ausprobieren, insbesondere in Kombination mit dem Tarp ist er sehr hilfreich. Aufgrund der Temperaturen habe ich meinen Schlafsack kaum gebraucht und der Biwaksack ist fast immer völlig ausreichend gewesen (zur Not zieht man noch ein Fleece an) - die Ausrüstungsliste kann man für warme Jahreszeiten hier noch gut optimieren. Meine NeoAir Isomatte machte keine Probleme aber sie ist mir auf Dauer nicht zu kurz! sondern eher zu schmal und zu hoch. Hier werde ich mich doch nach einer neuen umsehen.

Schlafsack

(Kurt) Mein Schlafsack (Sommervariante) war viel zu warm. Die ersten zwei Nächte ging es gar nicht und ich war ständig wach. Da es die folgenden Nächte etwas kühler war verbesserte sich die Lage. Im Ganzen muss ich sagen, hätte es eine leichte Decke und ein Biwaksack auch getan. Vom Packmaß her geht es aber nicht kleiner. Es sei denn man schläft in Kleidung und Biwaksack. Aber dazu später mehr.

Tarp

(Jaddar) Die Tarps lassen sich problemlos zusammenknüpfen. Hier hatten wir nur einmal das Problem mit dem Regen an einer undichten Nahtstelle. Woran es jedoch ganz genau lag und warum das zweite Tarp dicht ist, konnten wir zu dem Zeitpunkt nicht feststellen. Der Bivy-Poncho ist ja mit aufquellendem Baumwoll- und Polyesterfaden genäht und sollte prinzipiell auch gestrafft die Nahtlöcher nicht öffnen - soweit zur Theorie.

Die undichte Stelle am Tarp

Regenjacke & -hose, Softshell, Isolation

(Jaddar) Meine Regenjacke und -hose habe ich nicht gebraucht. Ein einfaches Softshell reicht bei solch einem Wetter völlig aus - sofern man nicht im Regen weiterwandern will. Der Primaloftpullover ist unheimlich praktisch - kleines Packmaß und hält sehr warm in kühlen Nächten. Auch kann man diesen als einfaches Kopfkissen verwenden.

(Kurt) Zum Thema Kopfkissen: Es reicht wenn man ein Baumwollsäckchen (oder was sich angenehm anfühlt) mitnimmt. Dort die Kleidung des Tages verstaut und man hat ein sehr nützliches Kissen. Von der Nutzung des Kompressionssacks vom Schlafsack würde ich abraten. Die oft wasserdichten Beutel lassen keine Luft in (und aus dem) Ohr, was sich mitunter sehr unangenehm anfühlt.

(Jaddar)Anonsten kommt man bei einer Wanderung mit sehr wenig Wäsche aus - sofern man unterwegs waschen kann und die Kleidung genug Zeit zum trocknen hat. Hier kann man sehr viel Gewicht und Packmaß einsparen. Das ist vielleicht nicht für jeden was, aber unterwegs riecht man sich selbst eh nicht.

Wie lief die Streckengestaltung ab?

(Jaddar) Mit den täglichen Streckenkilometern bin ich ganz zufrieden. Aufgrund der Hitze und der Durchquerung der sächsischen Schweiz muss man sich vor Augen führen, das hier nur ein langsames Vorankommen möglich war. Allein die täglichen Höhenmeter waren zeitweise ziemlich quälend. Was mir nicht so gut gefallen hat ist die Tatsache das in Tschechien soviele Wanderwege entlang von Straßen führen.


Wie habt ihr die Trinkwasserversorgung geregelt?

(Jaddar) Besonders bei diesem warmen Wetter und den relativ langen Strecken ist es extrem wichtig auf genügend Trinkwasser zu achten. Sobald es in die Berge geht - oder wie hier in die sächsische Schweiz - werden die Quellen meist sehr knapp und Trinkwasser muss mitgeführt werden. Hier muss man bedenken das nicht allein Wasser um den Durst zu stillen mitgeschleppt werden muss, sondern auch um am Abend eine Suppe zu machen oder um sich zu waschen. Rationierung ist also sehr wichtig.

(Kurt) Dazu empfehle ich die Mitnahme eines kleinen Outdoorhandtuches oder eines kleinen Waschlappens. So kann man sich mit wenig Wasser recht gut sauber halten. Den Lappen einfach in eine Tüte und bei nächster Gelegenheit auswaschen und trocknen. So übersteht man bis zu drei Tage, ohne ganz aus der Form zu geraten.

(Jaddar) Es kann also passieren, dass man - wie wir - drei bis vier Liter Wasser auf den Berg trägt. Dadurch wird der Rucksack natürlich nochmal sehr viel schwerer. Am besten ist es also die Tour schnell mit Wasserquellen zu verbinden. Hat man dies geschafft ist nur noch ein Wasserfilter notwendig. Ich habe den Frontier Pro-Wasserfilter der vor allem klein und handlich ist. Mit 57 g ist er vor allem sehr leicht und sowie ich das verstanden habe auch mit Aktivkohle bestückt. Wer der Sache nicht ganz traut, achtet zusätzlich darauf das die Quelle optisch sauber aussieht, fließend ist und benutzt Micropur oder kocht das Wasser zusätzlich ab.

Welcher Gegenstand war der überraschendste während der Tour?

(Jaddar) Der überraschendste Gegenstand während dieser Tour war mein Vargo Titanium Hexagon Wood Stove - Holzkocher. In der Ultraleichtszene werden ja meist Spirituskocher mit genau abgezählten Brennstoff verwendet. Ich wollte noch ein Stufe weitergehen - mit noch weniger Luxus - denn Brennstoff für den Holzkocher gibt es überall und Holz kann man problemlos unterwegs sammeln. Bedenken sollte man natürlich immer - was passiert wenn es regnet und alles nass ist?! Auch kann man nicht immer mit einem Holzkocher gut arbeiten, insbesondere dauert es etwas länger eh er an ist und auf die Waldbrandstufe ist auch zu achten. Nichtsdestotrotz hat er wunderbar funktioniert und ich bin sehr sehr zufrieden mit ihm. Einen Vorteil hat er außerdem in Bezug auf die meisten Hobo- und Bushbuddy-Kocher: Er lässt sich problemlos zusammenfalten und hat somit ein erstklassiges Packvolumen! Wer es also noch etwa mehr naturbelassener und eine Stufe vor dem richtigen Lagerfeuer haben möchte, dem kann ich einen Holzkocher nur empfehlen.


(Kurt) Leider ist mein überraschendster Gegenstand eine Enttäuschung gewesen - meine neue, zum ersten mal benutzte Nalgene 3 Liter Faltflasche. Am fünften Tag war sie hin. Sicher wurde sie geknickt und auch geknauscht, aber sicher nicht schlecht behandelt. Zum Glück hatte ich alles im Rucksack einzeln wasserdicht verpackt und eine kleine Aluflasche zusätzlich mit, sonst wäre meine Laune noch viel mieser gewesen. Ich werde nur noch mit Alu oder Edelstahlflaschen losziehen!

Welcher Gegenstand war der praktischste während der Tour?

(Jaddar) Das vom Kollegen Kurt gebaute Foto-Stativ fand ich am praktischsten. Es hat einfach wunderbar funktioniert und hätte im Notfall auch noch als Brennmaterial nutzen können.


(Kurt) Obwohl ich mein Hemd schon längere Zeit besitze und immer recht zufrieden war, muss ich im Nachhinein wirklich sagen, dass ich mehr als zufrieden bin. Es trocknet unglaublich schnell, hält dank seiner Ausrüstung Mücken fern und lässt sich in allen Varianten dem Wetter anpassen. Bei Hitze Ärmel hoch, bei Kälte Ärmel runter, in der Stadt zugeknöpft und zum trocknen am Rucksack fest gemacht. Hat wirklich überzeugt und riechen tut es auch nicht.

(Jaddar) Für den letzten Satz lege ich nicht meine Hand ins Feuer!


Welcher Gegenstand war der unwichtigste oder unpraktischste während der Tour?

(Jaddar) Meine Regenhose - ich habe sie einfach nicht gebraucht.

(Kurt) Bis jetzt haben mir meine Meindl Wanderstiefel immer gute Dienste geleistet - bis jetzt. Keine Frage: guter Halt, keine Blasen - aber die Wärme war unerträglich. Die Füße kochten und ich wünschte mir jeden Abend einen luftigeren Wanderschuh..... Das nächste Mal.

Gibt es einen Test zur Trekkingnahrung?

(Jaddar) Zur Trekkingnahrung die wir dabei hatten gibt es noch einen gesonderten Bericht. Ich kann nur soviel sagen das mir das selbstgemachte Essen und die Globetrotter Hausmarke am besten geschmeckt haben. Die andere Trekkingnahrung war vergleichsweise nochmal teurer und macht auch nur unzureichend satt.

Wie und wo habt ihr übernachtet?

(Jaddar) Im Nationalpark sollte man mit Übernachtungen und mit dem Feuermachen äußerst vorsichtig sein, denn sonst drohen empfindliche Geldstrafen. In der sächsischen Schweiz nutzten wir noch die Boofen, danach jedoch wurde es schon etwas eng mit dem biwakieren. Somit mussten wir notgedrungen auf eine Mischung von wild-campen, Zeltplatz und Bettenlager zurückgreifen.

Was gibt es sonst noch zu sagen?

(Jaddar) Das Reparaturset haben wir nicht benötigt. Erste Hilfe wurde durch eine fiese Zecke und einer Blase notwendig. Also nix aufregendes. Packbeutel finde ich immer wieder sehr praktisch. Zum einen sind sie wasserdicht und zum anderen ermöglichen sie eine einfache und übersichtliche Organisation im Rucksack und können als Kopfkissen dienen. Ansonsten brauche ich ein größeres Handtuch, meines war eindeutig zu klein. Badelatschen oder etwas ähnliches sind äußerst nützlich, wenn man nach einem langen Marsch vor seinen stinkenden Wanderschuhen fliehen möchte.



Sabtu, 06 November 2010

Wasserfilter - Kauf oder Eigenbau


Wer lange in der Natur unterwegs ist, braucht viel Wasser. Für unsere Gesundheit ist es wichtig, dass das Wasser nahezu Trinkwasserqualität besitzt. Aber auch für den Notfall kann es (über-)lebenswichtig sein an sauberes Wasser zu kommen.

Merkmale für trinkbares Wasser:

Sichtbare Reinheit, keine Schwebstoffe (z.B. Schlamm), keine Schwermetalle (z.B. Blei), keine hohen Konzentrationen chemischer Elemente (z.B. Halogenkohlenwasserstoffe wie Chlor), keine schädlichen Bakterien (z.B. Fäkalkeime) und Protozoen, keine Parasiten, keine Abbauprodukte durch Verwesungsprozesse (stickstoffhaltige Verbindungen, z.B. Ammoniak, Nitrat und Nitrit).

Trinkwasser sollte darüber hinaus auch möglichst geschmacksneutral sein, was aber nicht unbedigt überlebenswichtig ist. Sauberes Wasser ist darüber hinaus auch länger haltbar als verschmutztes Wasser.

Wie kann man Wasser aufwerten?

Zuerst muss das Wasser mechanisch gereinigt werden, es sei denn das Wasser ist klar wie in einem Gebirgsflusss. Aber Vorsicht! Klar heißt nicht gleich ungefährlich. Einige hundert Meter weiter flussaufwärts könnte ein verwesendes Tier im Wasser liegen. Und auch Kühe auf der Alm hinterlassen gefährliche Keime, die dann in den Bach eingewaschen werden können. Es ist somit sinnvoll Wasser so nah wie möglich an der Quelle abzuschöpfen.

Der schnellste Weg zur Wasserbereinigung ist der Einsatz von Chlor und Silber. Chlor tötet Mikroorganismen und Silber macht Wasser haltbarer. Der Markt bietet hier eine Vielzahl von Produkten zu unterschiedlichen Preisen. Diese machen das Wasser trinkbar und ungefährlich, haben aber Geschmacksveränderungen und mitunter Durchfall als Nebenwirkung. Der große Vorteil dieser Produkte ist das Gewicht, der Preis und der leichte Einsatz. Wer also keine Nebenwirkungen bei sich feststellt ist hiermit gut beraten.

Der beste Weg ist der Einsatz von Keramik- und Aktivkohlefilter, die aber zu einem stolzen Preis bei vergleichbar hohem Gewicht angeboten werden. Das so gereinigte Wasser ist unbedenklich und absolut geschmacksneutral.

Wasserfilter basteln zum günstigen Preis!

Um den Trottergeldbeutel nicht so sehr zu belasten könnte der bastelfreudige Trotter sich seinen Trinkwasserfilter auch selbst zusammenbauen. Der Aquarienhandel und der Baumarkt bieten hier gute Lösungsansätze zu geringem Preis. Eine Handumfüllpumpe (für unter 20 Euro im Internet zu beziehen) sorgt für den Wasserfluss. Entweder mit einem leichtem Gummiball mit 30 ml/1 oder durch eine Kolbenpumpe mit 5oo ml/1.

Aktivkohle und Schwebstofffilter sorgen für die Beseitigung von Mikroorganismen und Schwermetallen. Hier bietet zum Beispiel die Firma Mauk ein umfangreiches Sortiment an. Diese Filter sind eigentlich für die Filtration des Gartenpools gedacht. Die Arbeitsweise ist jedoch die gleiche wie die teurer Outdoorfilter. Der Nachteil liegt auf der Hand: Messinganschlüsse und große Kunststoffgehäuse lassen einen Filter schnelll über drei Kilogramm wiegen. Ein solcher Filter ist zwar wesentlich günstiger eignet sich aber weniger zur Mitnahme bei einer Trottertour, sondern eher für Camping oder die eigene Katastrophenvorsorge im Keller.

Aber Vorsicht

Auch gibt es im Internet eine Vielzahl von sogenannten Kühlschrankfiltern. Es handelt sich fast immer um Kohlepatronen - Aktivkohle bindet Schwermetalle und andere chemische Elemente. Für die Filterung von Mikroorganismen ist jedoch ein Keramikteil oder eine Membran von Nöten. Keramik und Membrane filtern zum Beispiel alle Stoffe größer als 5 µm (5 µm sind 0,000005 mm, Viren haben eine Größe von 15-400 nm - das heißt Viren können 1000mal kleiner sein als die Löcher im Filter und werden also nicht zurückgehalten. Schädliche Bakterien und Protozoen können damit sehr wohl gefiltert werden und ebenso alles was größer ist). Für den Laien klingt die Beschreibung dieser Filter verlockend. Und auch der Zusammnbau ist spielend einfach. Solch ein Filter hat an jedem Ende einen Schlauchanschluss vorgegeben. Einfach reinstecken und filtern, so der Hersteller.

Ich wollte es wissen und besorgte mir entsprechende Teile wie Pumpe, Schläuche und einen Membran- Aktivkohlefilter, einen sogenannten "Zweiwegefilter". Vorweg, ich führe natürlich diesen Filter einer anderen Nutzung zu als vorgesehen, die Hersteller können somit ganz beruhigt sein. Jedoch wollte ich der Frage nachgehen ob filtern gleich filtern ist. Der von mir so gebaute Filter kostete mich gesamt 34 Euro und wiegt 1,3 kg bei einem Packmaß von 30 cm x 12 cm. Alles in allem nicht top aber im Vergleich ok wie ich finde.

Der Wasserfiltertest

Was leistet nun ein solch selbstgebauter Filter? Generell ist das Filtern als einzige Methode zur Wasseraufbereitung nicht empfehlenswert. Bakterien die kleiner sind als 2 my, filtert kein Filter raus und Viren sind noch viel kleiner. Also Chlor und Silber müssen dazu. Aber nun zum Filter: Ich habe das Glück eine Bilologin an meiner Seite zu haben, also haben wir einen bestimmte Menge Wasser mit einer bestimmten (vorher ermittelten Menge) Milchsäurebakterien versehen. Dieses Medium wurde von mir einmal durch den neuen Filter gepumpt und danach sofort neu untersucht (ermittelt wie viele Bakterien noch im Wasser waren) - so die Kurzform, natürlich war der Gesamtaufwand um einiges größer.

Ergebnis

Schwermetalle konnten wir im Labor nicht nachweisen. Deshalb dazu leider keine Aussage, aber der Filter nutzt die gleiche Aktivkohle wie die teuren Filter auf dem Outdoormarkt.

Was nun die Bakterien angeht war das Ergebnis erschütternd. Einfach ausgedrückt nicht mal jedes 10te Bakterium wurde vom Filter zurückgehalten. In der freien Natur wäre die Konzentration nicht so hoch gewesen wie in unserem Versuch, aber es hätte sich auch nicht um unschädliche Milchsäurebakterien gehandelt. Solch angebotenen Filter sind einzig für die Filterung von "sauberem" Leitungswasser bestimmt, aus dem die auf dem Weg eingesammelten Metalle herausgefiltert werden sollen. Auch wenn beschrieben wird es handele sich um Zweiwegepatronen muss ich hier sagen das es für diesen Preis keinen tauglichen Filter für den Outdoorbedarf gegeben hat. Auch wenn in manchen Foren vielleicht anderes berichtet wird, ist die Filterung von Wasser unterwegs ein eher kostspieliges Unterfangen. Zwar sind die einzelnen Materialien nicht sehr teuer, jedoch musste ich feststellen das ein einfacher Nachbau auch nicht so leicht zu machen ist.

Wasserfiltervarianten

Was nun tun wenn die Urlaubskasse nicht so sehr geschröpft werden darf. Ich nutze einen Syphonfilter der Marke Katadyn. Ersatzfilterelement für Camp und Syphonfilter sind die gleichen. Es handelt sich um Schwerkraftfilter. Ein Keramikzylinder mit Aktivkohlegranulat befüllt sorgt für wirklich sauberes Wasser.


Man kann Geld sparen wenn man bereits einen Wassersack der Marke Ortlieb besitzt. Der Ersatz- oder Syphonfilter lässt sich in die Öffnung einschrauben. Einfach an den Baum gehängt und das Wasser tropft. Aber auch mit jedem Eimer lässt sich so Wasser aufbereiten. Mit ca. 60 Euro eine der günstigsten Varianten der erhältlichen Outdoorfilter. Auch der Wassedurchfluss ist in Ordnung. Er ist nicht so schnell wie bei einer Pumpe, strengt aber auch nicht so an. Mein Filter kann laut Hersteller einmalig 20.000 Liter Wasser filtern, abhängig vom Verschmutzungsgrad. Nun diese Menge habe ich bei weitem noch nicht erreicht, darum ein anderes Mal mehr dazu.


Fazit

Es schmerzt, dass die Marktführer zum Thema Wasseraufbereitung für den Outdoorbereich mit Ihren Produckten beim Preis so kräftig zulangen. Obwohl es sich um ganz einfache Komponenten handelt die in Serie gefertigt werden. Jedoch kommt man kaum um den Kauf solcher Produkte herum, da ein Selbstbau viel Wissen und Geschick verlangt. Eine der günstigsten Varianten ist der Syphonfilter von Katadyn, ein Schwerkraftfilter aus Keramik und Aktivkohlegranulat. Wer jedoch nicht warten möchte bis sauberes Wasser aus dem Schlauch tropft, der kann sich mit einer Handumfüllpumpe aus dem Handel helfen. So können doch noch ein paar Euro gespart werden. Also lasst es euch schmecken.

Kurt